www.qrp4fun.de SOTA und DLFF im Schwarzwald

29. 9. - 3. 10. 2022
 
SOTA-Logo Der diesmal auf einen Montag fallende 3. Oktober ist zumindest in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. Es bot sich an, dieses ohnehin verlängerte Wochenende durch die Investition von ein paar Urlaubstagen noch weiter auszudehnen. Hauptgrund der Reise war das Schwarzwaldtreffen. Eine Funkstation befand sich aber mit im Gepäck.
 
DLFF-Logo In der Regel ist der herbstliche Südschwarzwald gut geeignet, um auf ein paar der im SOTA-Programm aufgeführten Gipfel zu wandern. Diesmal sollte es aber etwas feuchter werden. Trotzdem nutzte ich die Gelegenheit, um zusätzlich im Rahmen des DLFF-Programms auch ein paar Schutzgebiete zu aktiven. Das ist einfach, da viele Gipfel ohnehin in dem einen oder anderen DLFF-Gebiet liegen.
 
Vorbereitung
 
SOTA mapping project - 10 km Radius um Schluchsee Auf SOTA mapping project - Range lässt sich ermitteln, welche Gipfel es in einem wählbaren Umkreis um einen Ort gibt. Im Umkreis von 10 km um Schluchsee sind es 4:
– Hochfirst DM/BW-015
– Schnepfhalde DM/BW-284
– Wagnersberg DM/BW-849
– Ahaberg DM/BW-851
 
DLFF-Gebiete im Südschwarzwald WWFF Map zeigt nach Auswahl von "DL ..." alle DLFF-Gebiete an. Bei bis zu 10 km um den Schluchsee sind es 3:
– Naturpark Südschwarzwald DLFF-0124
– Biosphärenreservat Schwarzwald DLFF-0888
– NSG Wutachschlucht DLFF-0941
Zu beachten ist, dass DLFF-0888 und DLFF-0941 auf dem Gebiet von DLFF-0124 liegen. Man muss sich also voher entscheiden, welche DLFF-Referenznummer man angibt, denn zwei auf einmal sind nicht erlaubt. Legitim ist hingegen, von einem Gipfel aktiv zu werden und gleichzeitig ein DLFF-Gebiet anzugeben.
 
Konus-Gästekarte Als Unterkunft wählte ich das Gästehaus Riesenbühl. Vom Betreiber erhielt ich vor Ort im Gegenzug für die Kurtaxe eine Konus-Gästekarte. Diese Karte berechtigt zur kostenlosen Nutzung aller Busse und Bahnen im Schwarzwald, Bergbahnen ausgenommen. Man kann das Auto während eines Aufenthalts im Schwarzwald also getrost an der Unterkunft stehen lassen. Außerdem erhielt ich für 2 oder mehr Übernachtungen die Hochschwarzwald-Card. Sie ermöglicht den kostenfreien oder rabattierten Zugang zu zahlreichen Veranstaltungen, was ich jedoch nicht nutzte.
 
29. 9. - Anreise nach oben
 
Ich reiste mit der Bahn an. Aufgrund einer Zugverspätung kam ich viel später in Schluchsee an, als vorgesehen. Daher blieb keine Zeit mehr, um noch auf auf einen Berg zu wandern, oben die Station aufzubauen, in Ruhe zu funken und vor dem Sonnenuntergang wieder zurück zu sein. Den verpassten Gipfel steuerte ich am nächsten Tag zusätzlich noch an.
 
30. 9. - Seeumrundung nach oben
 
Blick zu der noch in Schwaden verborgenen Schnepfhalde Es sollte zwar nur maximal 10 °C warm werden, aber auch nur zu 40 % regnen. Daher unternahm ich eine längere Wanderung um den Schluchsee. Vom Ort Schluchsee fuhr ich zuerst eine Station mit der Dreiseenbahn bis zum Bahnhof Aha (940 m). Dort begann die eigentliche Wanderung. Zuerst ging es am westlichen Ufer des Schluchsees entlang und dann auf dem Kirchweg über Äule bis zum Äulemer Kreuz. Das Äulemer Kreuz ist ein Pass auf 1138 m, den man auch mit dem Auto erreichen kann. Dort gibt es einen Parkplatz und eine Bushaltestelle. Busse der Linie 9051 (Schluchsee - Menzenschwand) fahren jedoch nur am Wochenende und auch dann nur dreimal täglich in jede Richtung.
 
Schnepfhalde im DLFF-0888 © BfN Vom Äulemer Kreuz kann man auf zwei Wegen auf den Gipfel der Schnepfhalde DM/BW-284 gelangen. Der eine führt anfangs relativ wenig ansteigend auf dem Rosshüttenweg bis zur Rosshütte und dann relativ steil zum Gipfel hinauf. Ich wählte den Schnepfhaldenweg, der stärker ansteigt. Dadurch ist das letzte Stück auf einem schmalen Weg in Richtung Gipfel nicht mehr so lang. Die Schnepfhalde liegt im Biosphärenreservat Schwarzwald DLFF-0888.
 
Station auf der Schnepfhalde Auf der Schnepfhalde befindet sich auf 1299 m auch ein Gipfelkreuz, sodass man auf der recht ebenen Gipfelkuppe nicht nach dem höchsten Punkt suchen muss. Die Höhenangabe am Gipfelkreuz gibt jedoch nur 1297 m an. Nachdem eine kleine Wandergruppe nach einer kurzen Rast wieder abstieg, baute ich die Station auf der nahe des Gipfelkreuzes gelegenen Sitzbank auf. Es wehte ein stetiger Wind über den nach Südwesten hin unbewaldeten Gipfel und mir wurden recht schnell die Finger kalt. Doch in knapp ½ Stunde konnte ich auf 30 m 19 QSOs zu Stationen von EA bis SP und von SM bis I erreichen.
 
Blick über den Schluchsee zum Ort Schluchsee Für den Weg von der Schnepfhalde (1299 m) zum nächsten Gipfel wählte ich ab der Rosshütte (1205 m) zuerst den Eschenmoosweg, dann den Oberkrummenweg und weiter den Kohlweg bis zur Kohlhütte (1012 m). Ab dort nutzte ich den Unterkrummenweg, der auf 945 m Höhe auf den Seeweg trifft. Vom Entnahmebauwerk Schluchseewerke ging ich auf dem Jägergutweg entlang des Ufers und über die Staumauer (940 m). Ab dem Parkplatz an der Staumauer wählte ich den Weg zum Antoniusgut. Einen Teil der auf den Karten eingezeichneten Wege gibt es nicht mehr. Daher musste ich mich durch den Wald und über bewachsene Steine bewegen.
 
Station auf dem Wagnersberg Doch am Ende kam ich am Wagnershaus/Wagnersgut an, von dem aus das nächste Ziel des Tages bereits zu sehen war. Der im Naturpark Südschwarzwald DLFF-0124 liegende Gipfel des Wagnersbergs DM/BW-849 ist relativ flach. Und vor einigen Jahren wurden nahezu alle Bäume gefällt. Da ich außerdem im Gewirr der Äste keinen Gipfelstein entdecken konnte, suchte ich mir einen großen Baumstumpf zum Aufbau der Station. Ein benachbarter kleiner Baum diente zur Befestigung des Mastes. Innerhalb von etwa ½ Stunde konnte ich auf 30 m 23 QSOs zu Stationen in Mittel- und Westeuropa erreichen.
 
Blick vom Bahnhof Seebrugg zum Wagnersberg Tirolertanne Für den Weg vom Gipfel (1105 m) abwärts wählte ich ab dem Wagnersgut den breiten Tafeltannweg, von dem man über einen relativ steilen Weg abwärts die Tirolertanne erreicht. Von dort war es über den Tirolerweg nicht mehr weit bis zur Bundesstraße B500. Auf der anderen Straßenseite geht es an der Jugendherberge vorbei bis zum Bahnhof Seebrugg (935 m). Vom Bahnhof Seebrugg ist es nur eine Station mit der Dreiseenbahn bis zum Ort Schluchsee.
 
Logo 3-Seen-Bahn Kleiner Tipp für Ausflüge: Am Bahnhof Seebrugg befindet sich auch das Gelände der IG 3-Seenbahn e.V.. Deren Mitglieder restaurieren liebevoll alte Dampfzüge und Elektroloks und unternehmen damit natürlich auch Fahrten.
 
Sonnenuntergang Im Gebiet um den Schluchsee kann man sich gut anhand der auf Holzschildern angegebenen Wegnamen und den mit Entfernungsangaben versehenen Hinweisschildern orientieren. Als ich wieder am Gästehaus ankam, ging bereits die Sonne unter. Und ich wusste, dass mich nach der über 20 km langen Wanderung mit insgesamt 1650 m Höhenunterschied ein Muskelkater erwarten würde.
 
1. 10. - Schwarzwaldtreffen nach oben
 
Doch an diesem Tag waren Wege zu Fuß auf ein Minimum begrenzt, denn dieser Tag war dem Schwarzwaldtreffen vorbehalten. Während die anderen Besucher des Treffens sich nach den ersten Vorträgen um die Mittagszeit stärkten, baute ich vor der als Veranstaltungsort dienenden Grundschule die Station auf. Ich nutzte einen großen Blumenkasten zum Abstellen der Station. Dieser Platz war durch eine Glasscheibe vollständig vor dem andauernden Regen und halbwegs vor Wind geschützt. Bevor sich die anderen Besucher des Treffens wieder in der Schule einfanden, konnte ich auf 40 m 11 QSOs erreichen, die für den Naturpark Südschwarzwald DLFF-0124 zählen.
 
Blick durch die Glasscheibe © DH5TC Vor der Grundschule Schluchsee © DH5TC Ich habe nur wenige Foto, die mich während einer Funkaktivität zeigen. Doch beim Treffen machte Clemens Schweigler, DH5TC, ein paar Fotos, die er mir zuschickte. Ich bedanke mich auf diesem Weg nochmals dafür!
 
2. 10.: Halbe Seeumrundung zweimal nach oben
 
Kohlhütte im DLFF-0888 © BfN Schon der Blick aus dem Fenster des Gästehauses verriet mir, dass es kein Tag für SOTA werden würde. Der Himmel war wolkenverhangen und die umliegenden Gipfel tief darin verborgen. Zum Glück sollte es mit 12 °C etwas wärmer werden. Dafür stieg die Regenwahrscheinlichkeit auf 80 %. Um mit der Station nicht im Regen sitzen zu müssen, hatte ich mir eine Hütte als Ziel ausgesucht.
 
Panorama - Blick nahe Aha über den Schluchsee
 
Die Wanderung begann ich wieder am Bahnhof Aha (940 m). Auf dem Seeweg am Ufer entlang steuerte ich zuerst die Vesperstube Unterkrummenhof an, kehrte aber nicht ein. Kurz dahinter zweigt der Unterkrummenweg ab, über den man die im Biosphärenreservat Schwarzwald DLFF-0888 liegende Kohlhütte erreicht. An der diese Hütte war ich bereits bei der Wanderung 2 Tage vorher vorbeigelaufen.
 
Station an der Kohlhütte Station an der Kohlhütte Die Kohlhütte (1012 m) liegt gegenüber des Orts Schluchsee, also etwa auf der halben Seelänge. An der Hütte stehen unter einem Dachvorsprung zwei Bänke. Auf der einen Bank baute ich die Station auf. Den Mast klemmte ich an der anderen Bank fest, da ich den Gummi zur Befestigung des Mastes im Gästehaus liegengelassen hatte. In 1½ Stunden gelangen 28 QSOs hauptsächlich auf 30 m, aber auch 2 QSOs auf 20 m. In einer längeren Regenpause baute ich die Station wieder ab und trat den Rückweg an. Dabei nutzte ich die gleiche Strecke zum Bahnhof Aha (940 m). Die Gesamtstrecke war knapp 14 km lang und umfasste 630 m Höhenunterschiede.
 
3. 10. - Abreise nach oben
 
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Gästehaus fuhr ich wieder mit der Bahn nach Hause. Diesmal gab es keine nennenswerte Verspätung.
 
Station nach oben
 
Während der Aktivierungen kamen ein Elecraft KX3 mit 5 W Sendeleistung, ein 6 m langer Teleskopmast, eine als Inverted-V gespannte 19 m lange Doublet-Antenne mit Zweidrahtleitung (verlängerter Hille-Dipol), als Morsetaste eine Palm Radio PPK und ein Akku zum Einsatz. Zum Loggen nutzte ich ein kleines Notizbuch samt Bleistift. Erst ein paar Tage später kam ich dazu, die erreichten QSOs auf der SOTA-Webseite einzutragen und zum DLFF-Manager zu schickt. Obwohl das Versenden von QSL-Karten weder für das SOTA-Programm noch für das DLFF-Programm erforderlich ist, werde ich Karten über das QSL-Büro schicken.
 
Ich danke auf diesem Weg allen, die meine leisen Signale aufnehmen konnten. Besonders gefreut haben ich mich über Verbindungen von Gipfel zu Gipfel und zu anderen WWFF-Gebieten.
 
73/72 de Ingo, DK3RED − Nicht vergessen: Der Spaß ist die Energie! nach oben
 
Nachtrag vom 9. 10. 2022: Alle QSL-Karten sind über das Büro unterwergs.