www.qrp4fun.de Unterwegs in Brandenburg

13. - 26. 9. 2021
 
Leider sind die Möglichkeiten für Reisen in dem aus den Vorjahren gewohnten Umfang weiterhin kaum möglich. Daher verbrachte ich meinen Urlaub wieder im eigenen Land und aktivierte bei mehreren Ausflügen auch einige WWFF/DLFF-Gebiete.
 
DLFF-0708 Stechlin nach oben
 
Als Ziel für Dienstag, den 14. 9., hatte ich mir das Naturschutzgebiet Stechlin DLFF-0708 ausgesucht. Es liegt zwischen Rheinsberg und Fürstenberg/Havel. Das 86,7 km2 große Gebiet umfasst diverse Seen, darunter einige sogenannte Klarwasserseen. Dazwischen erstrecken sich Mischwälder und Moore. Namensgebend ist der Große Stechlinsee.
 
Stechlin © BfN Startpunkt und Zielpunkt meiner DLFF-Aktivierung war der Bahnhof Rheinsberg (Mark). Von dort fuhr ich mit dem Fahrrad zuerst aus der Stadt hinaus auf der relativ ruhigen Landstraße mit breitem Fahrradweg Richtung Menz und dann am Großen Barsch-See nach links abbiegend durch den Wald bis Neuglobsow.
 
Zumindest entlang des Wegs am Ufer des Großen Stechlinsees gibt es im Bereich um Neuglobsow diverse Bänke. Ich wählte ein Bank mit Tisch, die sich ein Stück hinter der Fischerei Stechlinsee befindet. Genau hier baute ich meine Station auf. Mit Blick auf den See fanden in den nächsten Stunden 46 QSOs ins Logbuch.
 
DLFF-0178 Kremmener Luch nach oben
 
Ziel am Freitag, dem 17. 9., war das 11,86 km2 große Naturschutzgebiet Kremmener Luch DLFF-0178, nordwestlich des gleichnamigen Ortes. Es umfasst laut den Informationen des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch e.V. das größte geschlossene, noch naturnah erhaltene Moorgebiet Brandenburgs. Anzutreffen ist laut dem Verein eine Mischung aus kleinflächiger Moor- und Auen-Wäldern sowie Schilfröhrichten und Großseggenrieden.
 
Naturschutzgebiet Kremmener Luch © BfN Bei der Vorbereitung fiel mir auf, dass auf vielen Karten 2 Seen als "Kremmener See" bezeichnet werden, was nicht stimmen kann. Lediglich die Webseite des Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Förderverein geben für den See südwestlich von Beetz als Namen "Beetzer Ecken" an, was hinsichtlich der Lage zu Beetz korrekt sein müsste.
 
Startpunkt meiner Aktivierung war der Bahnhof Beetz-Sommerfeld. Hinsichtlich eines möglichen Standorts sah ich mir zuerst den Beetzer Ecken, also den augenscheinlich falsch bezeichneten Kremmener See, näher an. Dieses Gewässer ist von einem morastigen Wald umgeben und es besitzt einen dichten Schilfgürtel. Man kommt über den als "Ablage" bezeichneten Weg bis zu ein paar Bootshäusern etwa 50 m vor das Ufer. Weiter kommt nicht, es sei denn, man möchte im sumpfigen Wald seine Station aufbauen.
 
Daher fuhr ich zum breiten Wirtschaftsweg mit Betonplatten zurück und auf diesem weiter bis nach "Klein Asien". Dort sind der gleichnamige Luchhof und eine Zimmerei angesiedelt. Erst ein Schild an der Wegkreuzung davor verrät, dass der auf den Karten vermerkte Weg in Richtung Kremmener Rhin über Privatbesitz führt. Achtung an alle, die siese Problemstelle umgehen wollen! Da sich der Luchhof auf die Zucht von Galloway-Rindern spezialisiert hat, stehen auf den Weiden ringsum auch Bullen.
 
Standort am Kremmener Rhin Mir kam eine Bewohnerin mit Wachhunden entgegen, die mich auf den Privatweg und das Schild hinwies. Ihr konnte ich mein Ansinnen erläutern und sie stimmte der Durchfahrt mit dem Fahrrad zu. So konnte ich die Station am vorgesehen Platz genau hier direkt am Wasser aufbauen. Eine Erle diente als Halterung für den Teleskopmast, die Station baute ich davor auf. Nach dem ersten QSO kam ein weiterer Bewohner und sah sich an, was ich dort trieb. Auch ihm konnte ich in einem kurzen Gespräch meine Tätigkeit erläutern. Am Ende der von mir selbst festgelegten Aktivierungsdauer standen nur 13 QSOs im Logbuch.
 
DLFF-0116 Stechlin-Ruppiner Land nach oben
 
Naturpark Stechlin-Ruppiner Land © MLUK Ziel am Sonntag, dem 19. 9., war der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land DLFF-0116. Das von Neuruppin bis Fürstenberg/Havel reichende Gebiet umschließt das Naturschutzgebiet Stechlin DLFF-0708, erstreckt sich jedoch nach Nordwesten bis weit über Flecken Zechlin hinaus. Laut einer Meldung des Landesamts für Umwelt (LfU) vom 18. Juni 2021 auf der Webseite des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land wurde der Naturpark um 26 % erweitert. Eine Karte des nun 860 km2 großen Park ist als PDF-Datei hier verfügbar, verkleinerte Version siehe Bild.
 
Standort am Tietzensee Diesmal hatte ich keinen Rundkurs vorgesehen. Die Tour begann am Bahnhof Rheinsberg und endete am Bahnhof Neuruppin, Rheinsberger Tor.
Nach etwa 75 % der Strecke baute ich am Ufer des Tietzensees die Station auf. Hier liegt ein umgestützter Baum teilweise im Wasser. Er diente mir als Befestigung für den Antennenmast und als Arbeitsfläche. Es kamen jedoch nur 8 QSOs ins Logbuch. Dann wurden mir die Hände in dem über den See wehenden Wind zu kalt. Ich baute die Station ab und fuhr weiter.
 
DLFF-0184 Mittlere Havel nach oben
 
Naturschutzgebiet Mittlere Havel © BfN Ziel am Dienstag, dem 21. 9., war das 7,98 km2 große Naturschutzgebiet Mittlere Havel DLFF-0184. Es grenzt im Osten direkt an Brandenburg an der Havel. Für die Anfahrt nutze ich die kürzeste Verbindung vom Bahnhof Brandenburg aus, die leider über eine recht lange Strecke an oder nahe der Bundesstraße B1 entlang führt.
 
Standort an der Havel Ich hatte mir für den Aufbau der Station einen Platz direkt an der Havel genau hier ausgesucht. Der Antennenmast ließ sich am Metallrohr eines Hinweisschilds befestigen und die Station daneben auf dem Betonsockel eines nicht mehr existierenden Gittermastes aufbauen. Die Havel wird in diesem Abschnitt recht stark von Freizeitkapitänen und großen Schleppern befahren.
 
Anfangs kamen nur schleppend Verbindungen zustande. Dann überraschte mich ein Pile-up, das zum Glück jedoch nur etwa eine halbe Stunde anhielt. Danach wurde es wieder ruhiger. Am Ende standen 38 QSOs im Logbuch.
 
DLFF-0184 Mittlere Havel nach oben
 
Ziel am Freitag, dem 24. 9., war nochmals das Naturschutzgebiet Mittlere Havel DLFF-0184, Karte siehe weiter oben. Diesmal fuhr ich bis zum Bahnhof Götz, um so schnell wie möglich von der Bundesstraße B1 wegzukommen.
 
Panorama - An der Krummen Havel
 
Bereits kurz hinter Gollwitz entdeckte ich eine Stelle, die sich zum Aufbau der Station geeignet hätte. Auf keiner Karte war ein Weg dorthin verzeichnet. Doch wenn man an der Linkskurve der als "Havelufer" bezeichneten Straße, an der auch der Deichweg abzweigt, den schlichten Weg in der Mitte nutzt, gelangt man genau hier hin. Dort befindet sich eine alte Kaimauer und ein paar Anlegestege für Ruderbote, siehe auch Panoramabild oben.
 
Ich fuhr jedoch noch weiter, denn ich hatte mir zuhause zwei andere Stellen ausgesucht. Entlang der Straße Richtung Westen befinden sich mehrere Stellen, an denen man ebenfalls ohne Probleme direkt an die Krumme Havel kommt. Die Straße nach der Brücke über dem Emster-Kanal ist als Privatweg ausgewiesen, sodass eine der anvisierten Stellen schon einmal entfiel.
 
Panorama - Am Emster-Kanal
 
Standort am Emster-Kanal Doch bereits vor der Brücke kann man links hinter der Schranke zumindest mit dem Fahrrad auf den Hochwasserdeich fahren. Ungefähr 400 m von der Straße/Brücke entfernt liegt genau hier ein sehr großer, abgebrochener Ast einer besonders dicken Pappel. Einen Seitenast nutzte ich als Sitzgelegenheit, einen anderen zum Abstellen des Equipments und als Befestigung des Teleskopmasts. Relativ bequem sitzend kamen schnell weitere 20 QSOs für dieses Naturschutzgebiet ins Logbuch.
 
DLFF-0116 Stechlin-Ruppiner Land nach oben
 
Ziel am Samstag, dem 25. 9., war nochmals der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land DLFF-0116, Karte siehe weiter oben. Start- und Zielbahnhof war der Bahnhof Rheinsberg. Die von mir als Rundkurs ausgelegte Tour führte bis kurz vor Zechlinerhütte und dann zwischen den Seen zurück.
 
Standort am Grienericksee Erst kurz vor Rheinsberg ließ ich mich am westlichen Ufer des Grienericksees genau hier nieder. Dort steht am Ende der als Poetensteig genannten langen Lichtung auf der etwa 3 m hohen Uferböschung eine Holzbank mit Lehne, die mir zum Aufbau der Station und als Mastbefestigung diente.
Schloss Rheinsberg Mit Blick auf den See und das Schloss fanden weitere 19 QSOs für diesen Naturpark Eingang ins Logbuch. Da das Schloss Rheinsberg (WCA DL-04161, BRB-166) laut der Karte (BRB auswählen) auf COTA-DL vom gewählten Standort nur 550 m Luftlinie entfernt ist, zählen diese Verbindungen auch für das WCA/COTA-Programm, denn dabei darf man bis zu 1 km von der Burg oder dem Schloss entfernt sein.
 
Vorbereitung und Erfahrungen nach oben
 
Wie bei einer großen DXpedition sollte man sich im Vorfeld einer WWFF-Aktivierung ausreichend vorbereiten, um Missgeschicke möglichst klein zu halten oder am Besten ganz zu vermeiden. Der Aufwand ist jedoch wesentlich geringer.
 
Anhand der Map auf der WWFF-Webseite lässt sich nach Auswahl von "DL Deutschland" anzeigen, wo es DLFF-Gebiet gibt. Zusammen mit der Karte der Schutzgebiete in Deutschland lassen sich die Grenzen des jeweiligen Gebiets erkennen. Doch aufpassen! Nicht alle auf dieser Webseite des Bundesamts für Naturschutz (BfN) aufgeführten Gebiete zählen bereits für das DLFF-Diplomprogramm.
 
Ich kann jedem Aktivierer nur raten, sich schon im Vorfeld einen oder besser mehrere mögliche Aufbaustandorte innerhalb der jeweiligen Gebietsgrenzen zu suchen. Hilfreich dabei ist neben gedruckten Karten das frei im Internet verfügbare Kartenmaterial. Ich nutze gerne die Karten der OpenStreetMap. Für diese gibt es auch die App OsmAnd, deren Kartenmaterial selbst dann nutzbar ist, wenn man keine Verbindung zum Internet hat oder kein Datenvolumen in Anspruch nehmen möchte.
 
Anhand der Karten, egal welcher Art, lassen sich auch die Anfahrtswege ermitteln. Man sollte beachten, dass die Wege in Naturschutzgebieten in der Regel für den Autoverkehr gesperrt sind. Zumindest die letzten Meter oder Kilometer muss man dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen. Eine gute Hilfe bei der Planung einer Tour ist meines Erachtens der Fahrrad-Routenplaner von Falk, auch wenn nicht alle mit dem Fahrrad nutzbaren Wege dort verzeichnet sind.
 
In der Nähe der nachfolgend genannten Aktivitätszentren ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, einen ebenfalls an WWFF interessierten QSO-Partner zu finden.

WWFF-Aktivitätszentren
CW: 3544, 7024, 10124, 14044, 18084, 21044, 24894, 28044 kHz
SSB: 3744, 7144, 14244, 18144, 21244, 24944, 28444 kHz

Man sollte sich jedoch nicht scheuen, andere Stationen auch abseits dieser WWFF-Aktivitätszentren anzurufen oder einen CQ-Ruf zu starten. Lohnenswert ist zum Beispiel, hin und wieder einmal auf die QRP-Aktivitätszentren zu drehen. Dort sind neben anderen Stationen mit geringer Sendeleistung auch verstärkt SOTA-Enthuisiasten zu finden, die auf einem Berggipfel sitzend auch nach QSOs Ausschau halten.
 
Nicht zuletzt ist die Aktivierung eines DLFF-Gebiets ein guter Anlass, einmal das heimische Shack zu verlassen. Obendrein ist man nach einem CQ-Ruf und der Nennung des Kürzels FF oder gleich der DLFF-Referenznummer schon wesentlich begehrter, als eine der vielen anderen, "normalen" DL-Stationen.
 
Am Ende des Urlaubs, in dem sich zwar vieles aber nicht alles um den Amateurfunk drehte, konnte ich 2 weitere, für die Diplomausschreibung zählbare WWFF-Gebiete verbuchen. Bei 2 weiteren Gebieten fehlen noch QSOs zu den jeweils mindestens erforderlichen 44. Insgesamt kamen auf den 3 Bändern von 20 bis 40 m insgesamt 144 QSOs zu stande. Zwei Drittel entfielen auf 40 m, der Rest verteilte sich etwa gleichmäßig auf 30 und 20 m. Und fast nebenbei heimste ich noch einen weiteren DXCC-Bandpunkt ein.
 
73/72 de Ingo, DK3RED − Nicht vergessen: Der Spaß ist die Energie! nach oben