SOTA-Aktivität und Wandern in Liechtenstein

13. bis 28. Juli 2019
 
Summits on the Air Zum mittlerweile 11. Mal fuhr ich nach Liechtenstein, um dort Erholung und Hobby miteinander zu verbinden. Die Erholung stand im Vordergrund und das Hobby war eine nette Nebenbeschäftigung. Eine Vollzeit-DXpedition war es daher noch nicht einmal ansatzweise.
 
Wieder hatte ich mir den Sommer als Reisezeit ausgesucht, da sich gegenüber den Wintermonaten mehr Wege begehen lassen. Und wieder wollte ich die Unterkunft als Standpunkt für die Funkstation nutzen und außerdem im Rahmen des SOTA-Programms von einigen Gipfel aktiv werden. Auf der Liste der Association HB0/LI stehen 9 Gipfel. Alle Gipfel konnte ich nicht erreichen, da dazu meine Kondition nicht reichte. Am Ende sind es 4 Aktivierungen geworden. Zwischendurch unternahm ich auch Wanderungen, die nicht auf Gipfel führten oder nur auf solche, die nicht für das SOTA-Programm zählen.
 
Startpunkt war stets das in den Vorjahren genutzte Berggasthaus Sücka auf 1402 m Höhe. Von dort ging es entweder direkt zu Fuß los oder mit einem Bus von LIEmobil zum Beginn der Wanderung beziehungsweise an ihren Ende wieder zurück. Das Streckennetz ist ausreichend dicht und in der Saison fahren die Busse auf fast allen Linien mindestens aller 30 Minuten.
 
Panorama zum Schönberg mit Berggasthaus Sücka
 
Tag 1: Ankunft und Stationsaufbau
 
Nach meiner Ankunft am Mittag im Berggasthaus Sücka baute ich die vorher speziell für diese Aktivität bemessene Antenne auf. Mehr dazu finden Sie weiter unten. Der gerade laufende IARU-Contest bot die Möglichkeit, Antenne und Station zu testen. Schnell waren an 23 europäische Stationen hauptsächlich auf 40 m Punkte verteilt.
 
Tag 2: Helwangspitz − einfach zu erreichen
 
Aussicht vom Kamin zu Gafleispitz, Kuhgrat, Garsellikopf und Drei Schwestern Vom Berggasthaus aus ist unter anderem der Helwangspitz, SOTA HB0/LI-011 (2000 m), zu sehen. Dieser Gipfel stand auf dem Programm meiner ersten SOTA-Aktivität in diesem Urlaub. Als Antenne verwendete ich natürlich nicht die relativ schwere Antenne, die ich am Berggasthaus aufgebaut hatte. Zu der auf den Bergen und unterwegs verwendeten Antenne finden Sie ebenfalls Informationen weiter unten. Noch Transceiver, Handtaste, Akkumulator und ein paar Blätter samt Bleistift in den Rucksack gepackt − und los ging es.
 
Oberes Ende des Kamin mit Gafleispitz im Hintergrund Ich startete die Tour direkt vor der Haustür. Von dort führen ab dem alten Tunnel (1433 m) zwei Wege über Silum bis Gaflei, für die man jeweils 1 Stunde veranschlagen sollte. Der Parkplatz Gaflei ist auch der letzte Punkt, den man mit dem Auto oder LIEmobil-Buslinie 22 erreichen kann. Es ist ein beliebter Startpunkt für den Fürstensteig. Von Gaflei (1483 m) führt ein breiter Fahrweg zur Alp Bargella (1663 m) und weiter zum Bargellasattel (1742 m). Am Kamm sieht man den runden Gipfel des Helwangspitz vor sich. Vom Bargellasattel führt der gut ausgeschilderte Wanderweg im Bogen den Hang hinauf bis zu einem Punkt, der Kamin (1937 m) genannt wird. Bis zum Kamin sind 1 Stunde 15 Minuten angeschrieben. Doch bitte nicht dort hinuntergehen. Zum Helwangspitz geht es ab dort hinter dem rot-grünen Schild Winterruhezone noch 20 Minuten zwischen Krüppelkiefern weiter. Es geht zuerst nahezu flach, später stärker ansteigend auf einem schmalen Weg zum Gipfel. Auch wenn es verlockend ist, sollte man diesen Weg zwischen dem 15. Dezember und dem 15. April nicht begehen, um die Winterruhezone der Wildtiere zu respektieren. Der steil abwärts führende Kamin kann auch ein Weg zum Kuhgrat, SOTA HB0/LI-008 (2123 m), sein.
 
Blick vom Helwangspitz zum Alpspitz Der Gipfel selbst ist nicht spektakulär. Es gibt zwar ein Gipfelbuch, aber kein Gipfelkreuz. Die Nord- und Westseite fällt relativ steil ab. In Richtung Ost kann man in etwa gleicher Höhe den ebenfalls vom Kamin aus erreichbaren Alpspitz (1997 m) sehen. Er bietet einen guten Blick in das Rheintal. Auf ihm befindet sich übrigens Liechtensteins erstes Gipfelkreuz. Vom Helwangspitz bietet sich jedoch ein guter Blick ins Saminatal, zum Kuhgrat, den Drei Schwestern, zum Schönberg, zum Garsellakopf und bis zur Bergkette im Süden Liechtensteins.
 
Blick ins Samina- und Valünatal Ein paar Meter unterhalb des Gipfels gibt es ein paar freie, mit Gras bewachsene Stellen zwischen den Krüppelkiefern. Auf einer von ihnen baute ich die Station auf. Eine einzelne Kiefer diente zur Befestigung des Mastes, die Kiefern am Rand der Fläche als willkommene Abspannpunkte. Zum Glück war noch der IARU-Contest im vollen Gang, sodass ich schnell mehr als die notwendigen 4 Funkverbindungen ins Logbuch bekam, bevor mich die lästigen Fliegen auffressen konnten. Für den Rückweg wählte ich bis Gaflei denselben Weg, ab dort zurück zum Berggasthaus den beim Hinweg nicht genutzten Weg über Silum.
 
Für den Abend hatte ich mir noch vorgenommen, bis zum Einsetzten des vorhergesagten Gewitters vom Gasthaus zu funken. Bei einsetzendem Regen und stärker werdendem Wind im Trockenen sitzend funken hat auch seine Vorteile. Doch es gab unerwartete Schwierigkeiten. Zuerst dachte ich, dass ein elektrischer Weidezaun in der Umgebung das zyklische Knacken verursachte. Doch dafür waren die Abstände zu kurz und bei genauem Zuhören auch leicht unterschiedlich. Als ich die beiden Bananenstecker an der Zweidrahtleitung berührte, bemerkte ich den Grund für das Knacken. Scheinbar war die durch Wind und Regen aufgebaute Spannung so stark, dass es wiederholt Spannungsüberschläge im Transceiver gab. Zwar hatte ich als Schutz einen Ableitwiderstand an der Zweidrahtleitung am Transceiver befestigt, doch dessen Wert war mit 10 MΩ wohl zu hoch. Der Transceiver war so stark übersteuert, dass an eine Aufnahme von Signalen nicht mehr zu denken war. Da muss ich mir wohl für die Zukunft einen kleineren Widerstand einbauen. Zum Glück trat dieses Phänomen während des restlichen Aufenthalts in Liechtenstein nicht noch einmal auf, auch wenn es regnete oder der Wind blies.
 
Tag 3: Valünatal − Orchideen und andere Blumen satt
 
Feuerlilie (Lilium bulbiferum) Gelber Enzian (Gentiana lutea) Der Tag begann trübe und der Wetterbericht hatte auch keine Besserung in Aussicht gestellt. Daher wählte ich eine Wanderung über die Wiesen und Weiden im Valünatal. Vom Berggasthaus (1402 m) führt ein breiter Fahrweg durch den Wald bis zur Alpelti (1619 m), eine Alp oberhalb des Valünatals. Nach der Alpetli führt ein markierter Wanderweg über den Schwarztobel bis zur Fahrstraße mit den Serpentinen. Wer möchte, kann von dort weiter zum Rappastein (2222 m) gehen. Ich wählte den Weg die Straße abwärts, an der Alp Valüna (1409 m) vorbei wieder zum Berggasthaus (1402 m). Der Blick vom Ende des Valünatals zum Hinteren Grauspitz (2574 m) blieb jedoch verwert. Für den gesamten Weg braucht man theoretisch etwa 2,5 bis 3 Stunden. Ich benötigte mit zahlreichen Fotostopps und Päuschen zum Genießen der Aussicht 4,5 Stunden. Besonders auf den Weiden hinter Alpetli gibt es die Gelegenheit, diverse Pflanzen zu sehen, da diese Bereiche nicht mit Vieh beweidet werden. Man kann diese Tour auch am Parkplatz in Steg (1276 m) oder am Parkplatz am Gänglesee (1306 m) beginnen beziehungsweise enden lassen.
 
Panorama vom Schönberg Richtung Süden
 
Tag 4: Schönberg − schöner Berg mit schöner Aussicht
 
Beim Blick am Morgen aus dem Fenster stand das Ziel für diesen Tag fest: der Schönberg, SOTA HB0/LI-009 (2104 m). Er liegt etwa in der Mitte Liechtensteins und ist gut über verschiedene Wege erreichbar. Ich wählte als Startpunkt Malbun. Vor beziehungsweise unterhalb des kleinen Ortes gibt es ausreichend Parkplätze, sodass man nicht im Ort suchen muss. Außerdem fährt die Buslinie 21 in der Saison aller 30 Minuten von Vaduz über Triesenberg und Steg bis Malbun/Jöraboda, die Mitte des Ortes. Von der Kirche (1600 m) etwas oberhalb der Busstation aus führt ein breiter Wanderweg, der Entdeckerpfad für kleine Wanderer, bis zum Sassfürkle (1786 m). Für diesen Weg benötigt man 45 Minuten. An dieser Gabelung (Fürkle) kann man auch zum Galinakopf oder ins Valorschtal gelangen. Ich steuerte von dort den mit 1 Stunde 15 Minuten ausgeschriebenen Schönberg an − gebrauchte habe ich 35 Minuten länger. Nachdem man in die Senke, in der sich die Alp Grischg befindet, blicken kann, ist der Gipfel des Schönbergs schon zu sehen. Man erkennt an dieser Stelle auch gut die Wege, die dorthin führen. Zum einen gibt es einen Weg an der Felswand unterhalb der Drei Kapuziner und dann nahe des Grads entlang. Zum anderen gibt es einen anfangs nahezu ebenen Weg um die Senke herum und dann dem Gipfel entgegen. Ich wählte den zuletzt genannten Weg. Der Weg führt anfangs über eine Weide und dann an Krüppelkiefern vorbei. Das letzte Stück muss man wieder über die Weide gehen, auf der im Sommer diverse Blumen blühen. Für den gesamten Weg sind laut Wegweiser 2 Stunden erforderlich − ich benötigte 45 Minuten länger.
 
v.l.n.r: Stachlerkopf, Drei Kapuziner, Schönberg Vom Gipfelkreuz (2104 m) aus bietet sich ein imposanter Blick bis in die Schweiz und nach Österreich hinein. Der Gipfel des Schönberg wird von vielen Wanderern begangen, sodass man selten allein dort oben ist. Der Gipfel selbst ist kahl und das Gipfelkreuz eignet sich aufgrund des Besucherverkehrs kaum zur Befestigung einer Antenne. Doch ein paar Meter unterhalb sind im Weidenboden ein paar Abbrüche vorhanden. Dort baute ich die Station und die kurze Doublet als Antenne auf. QSOs kamen eher langsam ins Logbuch. Doch das störte bei Sonnenschein und nicht vermissten Fliegen wenig.
 
Den Rückweg trat ich auf dem selben Weg an. Ab dem Sassfürkle könnte man auch noch durch das Valorschtal gehen − doch diese Wanderung hatte ich für einen anderen Tag vorgesehen. So fuhr ich wieder ab Malbun/Jöraboda mit dem Bus zurück bis Steg/Tunnel.
 
Panorama vom Schönberg Richtung Westen
 
Tag 5: Saminatal − wildromantisch und "nur" den Bach abwärts
 
Oberes Saminatal an einer gut begehbaren Stelle Mittleres Saminatal oberhalb von Falleck Nach dem Tag auf dem Gipfel wollte ich diesmal eine einfache Wanderung unternehmen. Was bot sich da besser an, als das vom Berggasthaus zu sehende Saminatal "nur" abwärts zu gehen. Startpunkt ist der Parkplatz in Steg (1276 m). Auf der westlichen Talseite beginnt der ausgeschilderte Weg an der Einfahrt des neuen Tunnels. Entgegen alten Karten und Wegbeschreibungen beginnt der Weg dort und nicht auf der anderen Bachseite und er führt bis zum Falleck immer auf der bachabwärts linken Seite entlang.
Drei Schwestern Unteres Saminatal mit Fahrweg und Drei Schwestern im Hintergrund Es geht zuerst am Gebäude der Alp vorbei und dann nach einer Kurve über eine Weide in Richtung Bach abwärts. Am Bach angekommen kann man an Gleithängen durch Buchenwälder gehen. Doch an den Prellhängen oder einer der vielen Geröllflächen und Abbrüche muss man sich am Hang bewegen. Und das ist an manchen Stellen nicht gerade einfach, denn es geht auf teils sehr schmalen Wegen etliche zehn Meter auf- und wieder abwärts. Nach etwa 5 km mündet auf 989 m der Valorschbach von rechts kommend in die Samina, doch der Weg wird nicht einfacher. In der Regel sind die Wege am Hang schmal − man sollte unbedingt trittsicher und bis zu einem gewissen Grad auch schwindelfrei sein. Nur an besonders kniffligen Stellen gibt es eine Unterstützung durch Seile oder kurz vor dem Falleck auch durch einen Holzweg mit Geländer.
 
Falleck Nach 3 Stunden erreichte ich das Falleck (oben laut Schild 947 m, unten laut Karte 873 m) an der Grenze zu Österreich. Der Wegweiser in Steg/Tunnel gibt für diesen Streckenabschnitt nur 2 Stunden an. Am Falleck wechselte ich das erste Mal die Bachseite − und dann öfters. Doch das ist nicht schwer, denn ab dort führt ein breiter Forstweg in Richtung Amerlügen und Feldkirch.
Blick zur Felkircher Hütte Kurz hinter der Abzweigung zur Plankafur Bruck (708 m) ist zwischen den Baumkronen auf einer freien Erhebung an der linken Talseite die Feldkircher Hütte (1207 m) zu sehen. Sie dient vielen Wanderern beim Weg über die Drei Schwestern als Startpunkt oder Zwischenstopp auf der längeren Via Alpina. Kurz vor Amerlügen geht es wieder leicht den Hang hinauf und vom Saminabach weg.
 
Blick von Amerlügen zurück in das Saminatal Ab Amerlügen (780 m) führt der immer noch als Wanderweg ausgeschilderte Weg über asphaltierte Straßen, die sich scheinbar endlos hinziehen. Ich wählte den kürzesten Weg bis zu einer Bushaltestelle. Und die liegt in Tisis/Letzestraße (495 m), einem Ortsteil von Felkirch. Blick zum Eschnerberg vor den Schweizer Bergen Auf dem Weg von Amerlügen bis Tisis bietet sich immer wieder der Blick auf den im Rheintal liegenden Eschnerberg (698 m), einem langen, oben nahezu ebenen Bergzug. Von Tisis brachte mich der LIEmobil-Bus der Linie 11 in knapp 40 Minuten zurück nach Vaduz und mit der Linie 21 in weiteren 20 Minuten bis Steg/Tunnel. Von Steg bis Amerlügen sind es etwa 13 km, für die man 4 Stunden 45 Minuten veranschlagen sollte. Die Wegweiser geben für die Strecke abwärts nur 4 Stunden an. Von Amerlügen über Letze bis Tisis habe ich noch einmal 1 Stunde benötigt.
 
Abschließend noch ein Hinweis zur Wanderung durch das Saminatal. Auf der gesamten Strecke gibt es keine Möglichkeit, irgendwo einzukehren. Lediglich in Amerlügen und Letze gibt es je eine Zapfstelle für Wasser.
 
Tag 6: Ruhetag 1
 
Nach der für mich doch recht anspruchsvollen Wanderung vom Vortag legte ich einen Ruhetag ein, an dem ich mich nur wenig vom Berggasthaus und der Funkstation darin entfernte.
 
Tag 7: Eschnerberg − der Quickie unter den Liechtensteiner Bergen
 
Ziel dieses Tags war die Besteigung eines Bergs im sogenannten Unterland, dem Eschnerberg SOTA HB0/LI-012 (698 m). Auf der Liste der Association HB0/LI ist dieser Gipfel falsch als Schellenberg eingetragen. Ein Klick auf die dort verlinkte Karte der OpenTropoMap verrät den richtigen Gipfelnamen: Eschnerberg. Daher habe nicht nur ich im vergangenen Jahr nach diesem Gipfel gesucht, wie man an der Wegbeschreibung von F6HBI erkennen kann. Schellenberg ist der Name der auf dem Eschnerberg liegenden Gemeinde, wobei sich Schellenberg zu allem Überfluss noch in Vorderer Schellenberg, Mittlerer Schellenberg und Hinterer Schellenberg unterteilt.
 
Startpunkt war die Haltestelle Schellenberg/Sägaplatz der LIEmobil-Buslinie 33, die ab Mauren/Post abfährt. Ebenfalls nutzbar sind die Buslinien 32 von Eschen und 35 von Bendern. Der nur 2 km lange Aufstieg begann am Sägaplatz (650 m). Von dort folgt man dem Weg zur Oberen Burg Schellenberg (664 m). Ein kurzer Sprung hinauf lohnt sich, auch wenn nur noch wenige Mauern vorhanden sind. Der Eintritt ist frei.
 
Am Fuß der Ruine befindet man sich nun schon auf dem Historischen Höhenweg. Dieser Fahrweg führt noch zwischen ein paar Häusern hindurch und über eine Weide zu der nach Feldkirch hin steil abfallenden Felskante und weiter oben entlang. Auf dem Weg Richtung Nordost sollte man sich auch den Findling ansehen, der unweit des Wegs auf dem Grantenstein (695 m) liegt. Eine gute Orientierung, um den Gipfel zu finden, ist anhand der Informationstafeln möglich. An der Tafel "Föhren-Eichenmischwald" zweigt nach links ein breiter Fahrweg in den Wald ab, während man dem Wanderweg an der Felskante folgend nach wenigen Metern den Aussichtspunkt an der Tafel "Kulturraum Feldkirch" erreicht. Dort bietet sich eine gute Aussicht auf das Unterland und auf Feldkirch.
 
Infotafel am Punkt Kulturlandschaft Feldkirch Wer sich an diesem Punkt umdreht, steht vor einer im Sommer dicht bewaldeten und daher kaum als Gipfel erkennbaren Erhebung. Das ist der höchste Punkt, der Eschnerberg (698 m). Doch man muss ihn nicht vom Aussichtspunkt aus begehen, denn es gibt einen Trampelpfad hinauf, der an der Weggabelung wenige Meter vorher beginnt. Der Weg führt über den Gipfel hinweg und an einem Grenzstein vorbei nach Österreich hinunter. Der Gipfel ist sehr flach, bewaldet und nicht spektakulär. Ein Gipfelkreuz sucht man vergebens, ebenso einen Gipfelstein − jedenfalls habe ich keinen entdecken können. Ich nutzte zum Aufbau der Station die am Aussichtspunkt stehende Holzbank, denn die liegt nur etwa 3 m tiefer und somit innerhalb des für SOTA gültigen Bereichs von 25 m unterhalb des Gipfels. Für den Rückweg nutze ich denselben Weg, für den ohne Abstecher zur Ruine und zum Gantenstein 25 Minuten erforderlich sind.
 
Panorama im Naaftal
 
Tag 8: Pfälzerhütte − Anlauf zum Augstenberg
 
Für diesen Tag hatte ich mir die Pfälzerhütte als Ziel gesetzt. Und ich hatte meine Funkstation mit im Rucksack. Mein Weg führte direkt vom Berggasthaus (1402 m) aus am Alpelti (1619 m) entlang bis zum Schwarztobel (1732 m). An den Gebäuden des Untersäss (1701 m) vorbei führt ein Weg am rechten Hang entlang bis oberhalb des Obersäss auf 1694 m. An diesem Punkt hat man die Wahl, vom Obersäss (1646 m) die breite Straße zu benutzen oder durch das Naaftal zu gehen. Ich nutzte diesmal Letzteren, da der Weg etwas kürzer und schöner ist. Für den 8,6 km langen Weg brauchte ich 3 Stunden 50 Minuten. Die Wegweiser geben nur 2 Stunden 45 Minuten an.
 
Bergkette von Naafkopf über Vorderen und Hinteren Grauspitz bis Falknis Die Pfälzerhütte (2108 m) ist in den Sommermonaten bewirtschaftet. Sie kann Startpunkt für den Aufsteig zum Naafkopf, SOTA HB0/LI-002 (2570 m), und zum Augstenberg, SOTA HB0/LI-004 (2359 m), sein. Nach einem Imbiss sah ich mir den ausgewiesenen Aufstieg zum Augstenberg genauer an. Bereits kurz nach der Pfälzerhütte gibt es eine mehrere Meter hohe Felswand mit relativ steilen Hängen an den Seiten, die nur mit Seilen gesichert ist. Von dieser Seite aus werde zumindest ich nicht den Augstenberg erreichen. Und den Weg zum Naafkopf hatte ich mir vorher nicht genau genug angesehen.
 
Pfälzerhütte mit Aufstieg zum Augstenberg, dessen Gipfel hier noch nicht zu sehen ist Mittlerweile hatten sich die Wolken zusammengezogen, sodass ich den Abstieg antrat. Er führte mich zuerst den Fahrweg entlang bis zur Alp Gritsch (1900 m). Kurz vor der Alp zweigt ein Weg zum Täli ab, über den man Malbun erreicht. Ich bog jedoch direkt an der Alp auf den Rettaweg bis zur Alp Valüna (1409 m) ab. Dieser Weg führt in Serpentinen im Wald abwärts und wird kaum von Touristen begangen. Bis zur Alp Valüna benötigte ich 1 Stunde 30 Minuten. Innerhalb von 1 Stunde gelangt man von dort wieder zum Berggasthaus (1402 m).
 
Blick von Hinterprufatscheng ins Rheintal
 
Tag 9: Wildschloss und Schloss Vaduz − ohne Fürst und Fürstin
 
Diese Wanderung führte vom Berggasthaus Sücka (1402 m) durch den alten Tunnel (1433 m) abwärts bis Mitätsch (1273 m) und weiter bis Masescha (1240 m). Dort geht es nach 100 m Straße weiter durch Vorderprufatscheng (1210 m) und Hinterprufatscheng (1107 m) in Richtung Ruine des Wildschlosses (847 m). Der letzte Teil des Wegs zum Wildschloss führt im Wald auf einem recht schmalen Weg hinab. Wer hier im Winter bei viel Schnee läuft, sollte vorsichtig sein! Von der Ruine Wildschloss geht es auf kürzestem Weg Richtung Schloss Vaduz (600 m), wobei sich im letzten Bereich nach einer sehr langen Gerade eine Abkürzung auf einem teils zugewachsenen Weg durch den Schlosswald nehmen lässt.
 
Schloss Vaduz Am Schloss Vaduz sollte man sich etwas Zeit gönnen. Vom Haupteingang aus führt ein breiter, nahezu waagerechter Fahrweg weg, an dem einige Holzbänke zum Verweilen einladen. Die meisten Touristen laufen die Straße weiter aufwärts, da es dort einen größeren Parkplatz gibt. Von diesem Fahrweg aus bietet sich jedoch eine gute Aussicht zu den Schweizer Bergen und ins Rheintal.
Wer sich die Spaziergänger rund um das Schloss Vaduz genauer ansieht, kann dort besonders um die Mittagszeit I.D. Fürstin Marie-Aglaé eine kurze Runde drehen sehen − ohne Leibwächter. Das gelang mir zumindest in den Vorjahren immer. Ihren Mann, S.D. Fürst Hans-Adam II, der dort ebenfalls manchmal Joggen soll, habe ich noch nicht erkannt. Diesmal hingen jedoch keine Fahnen vor dem Haupteingang − Fürst und Fürstin waren somit nicht zu Hause.
 
Die gesamte Tour ist mit knapp 9 km bis zum Schloss Vaduz zwar recht lang. Doch da es hauptsächlich eben oder abwärts geht, konnte ich das Schloss Vaduz (600 m) in 2 Stunden 30 Minuten erreichen. Bis zum Wildschloss brauchte ich nur 1 Stunde 50 Minuten. Vom Schloss Vaduz (600 m) erreicht man das Zentrum über einen gut ausgebauten Weg mit allen anderen Touristen in etwa 10 Minuten. Ab Vaduz/Post (457 m) nahm ich zuerst die Buslinie 21 Richtung Malbun bis zur Haltestelle Steg/Tunnel und dann den Weg zurück bis zum Berggasthaus Sücka.
 
Blick vom Sareis zum Augstenberg und ins Malbuntal
 
Tag 10: Sareis
 
Blumen am Hang im Malbuntal Der Tag sollte warm werden und für den Nachmittag waren Gewitter vorhergesagt. Doch da die Berge bisher gut zu sehen waren, setzte ich mein Vorhaben in die Tat um: den Besuch des Sareis. Von der Haltestelle Malbun/Jöraboda führt an der Kirche (1600 m) ein breiter Fahrweg hinauf. Über ihn erreichte ich in 1 Stunde das Berggasthaus am Sareis (2003 m). Von dort oben kann man auch den alternativen Weg zum Augstenberg (2359 m) beginnen. Den ersten Teil kurz unterhalb des Spitz (2186 m) vorbeiführenden Wegs hatte ich bereits vor einigen Jahren begangen − jedoch ohne Funkstation und nur bis zum relativ breiten Grat, der zum Zielgipfel führt.
 
Blick von oberen Malbuntal zum Schönberg (Mitte) und zum Ochsenkopf (links)
 
Den Sareis erreicht man auch mit dem Sessellift. Die Aussicht war hervorragend. Nach einer kurzen Rast begann ich jedoch wieder den Abstieg. Doch diesmal bog ich an der Alp Turna (1811 m) auf den Panoramaweg rund um Malbun ab. Er führt bis zum Ende des Malbuntals und auf der anderen Seite bis zur Alp Pradame. Von dort nutze ich den Fahrweg und war in 1 Stunde 30 Minuten wieder an Startpunkt Malbun/Jöraboda.
 
Blick von Alp Pradame zu Ochsenkopf und Sareis
 
Tag 11: Rund um Steg
 
An diesem Tag unternahm ich nur eine kurze Wanderung bis zur Brücke am Valünabach, zurück zum Gänglesee und bis zur Kapelle an der Ausfahrt von Steg in Richtung Malbun. An der Kapelle beginnt ein Wanderweg nach Malbun, den ich bei Gelegenheit einmal ausprobieren muss.
 
Tag 12: Galinakopf − langer Weg und atemberaubende Aussicht
 
Der Wetterbericht hatte für diesen Tag Höchsttemperaturen von 37 °C in Vaduz vorhergesagt. So richtig kühl würde es daher auch auf den Gipfeln nicht werden. Daher startete ich bereits kurz nach Sonnenaufgang mit dem ersten Bus Richtung Malbun. Dort begann an der Kirche (1600 m) der Aufstieg auf den Galinakopf, SOTA HB0/LI-007 (2198 m). Zuerst lässt sich der bequeme Wanderweg bis zum Sassfürkle (1786 m) nutzen. Dort biegt man in den oberen Teil des Valorschtals ein. In einem Bogen führt ein Fahrweg an der Mattahötta (1748 m) vorbei zum Bergübergang am Mattafürkle (1840 m).
 
Dort beginnt nach etwa 5,5 km und 1 Stunde 30 Minuten die Wanderung erst richtig. Ab hier führt der Weg bis zum Grenzgrat am Guschgfieljoch (1868 m) und weiter auf einem größtenteils sehr gerölligen Weg durch Krüppelkiefern dem Gipfel entgegen. Hat man die freie Fläche unterhalb des Gipfels auf etwa 2000 m gequert und auf einem noch steileren Weg die Krüppelkiefern auf der anderen Seite erreicht, möchte einen der immer noch gut ausgeschilderte Weg am Grat entlang zum Gipfel führen. Da ich nicht so erfreut über steile Abhänge bin, schlug ich den Weg über die von kleineren Geröllflächen übersähte Weide ein. Nach insgesamt 8 km und 4 Stunden oben angekommen näherte ich mich vorsichtig dem Gipfelkreuz. Die Aussicht ist atemberaubend − und das war nicht nur dem steilen Anstieg und der Höhe geschuldet.
 
Galinakopf Der Gipfel ist gerade aufgrund seiner Aussicht beliebt. Daher kommen relativ fiele Wanderer dort hinauf. Ich suchte mir wieder einen Platz auf der nach Süden gerichteten Weide etwa 10 m unterhalb des Gipfels. Schnell waren die Antenne und danach die Funkstation aufgebaut. Diesmal sparte ich mir die Abspannung für den Mast, was sich noch rächen sollte. Statt dessen spannte ich nur die beiden Antennenäste ordentlich ab und lehnte den Mast in das sich so bildende Dreieck. Während eines QSOs kippte jedoch eine Windböe den Mast in meine Richtung und ich musste nach dem erneuten Aufstellen meinen Gesprächspartner um die nochmalige Durchgabe des Rapports bitten.
 
So langsam wurde es selbst auf dem Gipfel und bei leichtem Wind warm. Alle anderen Wanderer waren bereits abgestiegen. Daher begann auch ich um 12 Uhr Ortszeit den Abstieg, für den ich denselben Weg nutzte. Man kann ab dem Mattafürkle auch den Weg zum Guschgfiel und weiter durch das Valorschtal wählen. Doch diesen Teil der Wanderung hatte ich mir für einen anderen Tag vorgenommen. Schon unterwegs merkte ich, dass ich zu wenig Wasser mitgenommen hatte. Unterwegs entdeckte ich keine Quelle und keine Zapfstelle, sodass ich mich mit Pausen im Schatten einiger Bäume bis zum Startpunkt in Malbun quälen musste. Dort hatte zu meinem Glück der Schluchertreff geöffnet, der literweise kalte Getränke serviert.
 
Blick vom Galinakopf nach Süden
 
Tag 13: Gaflei − Heimat der Liechtensteiner Funkamateure
 
Felswand mit Anfang des Fürstensteigs Die Hitze hatte nicht viel nachgelassen. Auch dieser Tag sollte wieder sehr warm werden. Aus den Erfahrungen des Vortags klug geworden, wählte ich die Wanderung entsprechend aus. Es ging in etwa gleicher Höhe bis Gaflei. Dorthin führen vom Berggasthaus aus zwei Wege. Der eine führt ab dem 30 Minuten entfernten Silum (1469 m) über den schönen Aussichtspunkt Färchaeck (1504 m), der andere meist durch den schattigen Wald. Ich wählte Letzteren.
 
Clinicum Alpium Am Parkplatz in Gaflei ist in den vergangenen Jahren am Platz des seit vielen Jahren nicht mehr existierenden Kurhauses Gaflei das Clinicum Alpium entstanden. Das ist eine Privatklinik zur Behandlung von Depressionen und Stressfolgeerkrankungen. Zum Glück wurde das Gebäude mit Holz verkleidet, damit es sich etwas besser in die Umgebung einfügt. Jedoch mussten viele Bäume diesem Gebäude weichen.
 
Mastanlage des AVFL Wer von Gaflei dem Wegweiser zum Aussichtsturm folgt, kann am Rand einer kleinen Weide das Vereinshaus und die imposante Antennenanlage des Amateurfunkverein Liechtenstein (AFVL) sehen. Genau am Rand dieser Wiese baute ich unter alten Bäumen meine Funkstation und Antenne auf. Dort war es kühl und ein leichter Wind ging. Wahrscheinlich bedingt durch das in Sichtweite liegende Klinikgebäuse war auf 20 m zeitweise kein Funkbetrieb möglich − dort gab es massive Störungen und Signale waren nicht aufzunehmen. Besser lief es auf 30 m.
 
Einen Vorteil bringt das Klinikgebäude jedoch mit sich. Vorher gab es am Parkplatz Gaflei keine Möglichkeit, etwas zu essen oder zu trinken. Wanderer, die sich nach dem Weg über den Fürstensteig und der Rückkehr zu ihrem Auto versorgen wollten, mussten bis zu dem inzwischen geschlossenen Berggasthaus Matu hinabsteigen. An die Klinik angegliedert ist jedoch die Gaflei-Stuba, die diese Lücke ausfüllt. Bis zum Parkplatz Gaflei/Kurhaus fährt von Triesenberg/Post aus auch die LIEmobil-Buslinie 22.
 
Tag 14: Ruhetag 2 mit ES-Öffnung
 
Dieser Tag war allein dem Funken vom Berggasthaus aus vorbehalten. So konnte ich unter anderem die auf 10 m aufgetretene ES-Öffnung für diverse Verbindungen in viele DXCC-Gebiete Mitteleuropas nutzen.
 
Tag 15: Stationsabbau und Wanderung rund um den Schönberg
 
Bereits am Nachmittag vorher wurden schon nahezu alle Vorbereitungen getroffen, um ab diesem Tag die Kühe der Alp Sücka im Stall neben dem Berggasthaus zu melken. Vorher wurden sie in dem Gebäude gemolken, an dem ich bei der Wanderung im Saminatal vorbeigelaufen war. Das hatte für mich als Funkamateur zwei Auswirkungen. Zum einen gibt es dann um mindestens eine Weide in direkter Nähe zur Funkstation einen elektrischen Weidezaun, der im Sekundentakt ein lautes Knacken verursacht. Zum anderen hatte ich ja den einen Ast der Antenne zu einem Baum auf einer Weide gespannt. Die Kühe lassen einen Wanderer hindurchlaufen. Doch ich wusste nicht, wie sie auf einen sich beim Aufwickeln im Gras bewegenden Draht reagieren. Würden sie ihn auffressen oder sich darin gar verheddern? Beides wollte ich nicht riskieren. Daher baute ich noch vor dem Frühstück die Antenne am Berggasthaus vollständig ab. Sollte das Wetter mitspielen, so hatte ich ja immer noch die für die Berggipfel vorgesehene Antenne. Mit ihr ließe sich etwas weiter weg die Station aufbauen.
 
Blick ins Valorschtal
 
Hinter-Valorsch Der Tag war einer Wanderung um den Schönberg vorbehalten. Lediglich einmal hatte ich im Sommer von Steg aus den Schönberg umrundet. In den Wintermonaten startete ich immer in Malbun. Doch der Weg ab Steg läuft sich besser, weil er sich in der Gegenrichtung schier endlos hinzieht.
Am Parkplatz Steg/Tunnel (1276 m) beginnt der Weg um den Schönberg. Hat man das Gebäude in Vorder-Valorsch (1371 m) und die in Mittler-Valorsch (1380 m) hinter sich gelassen, bietet sich ein guter Blick in den mittleren Abschnitt des Saminatals. In Hinter-Valorsch (1456 m) öffnet sich das Tal. Nach dem letzten Gebäude, dem Güschgle (1481 m) überquert man an einer Brücke den Valorsch-Bach. Nach einem nicht sehr steilen Anstieg erreicht man die Weggabelung auf 1743 m und von dort nach insgesamt 3 Stunden das Sassfürkle (1786 m). Malbun (1600 m) erreicht man von dort nach 1 Stunde.
 
Berggasthaus Sücka Hochspannungsgenerator Als ich am Nachmittag wieder am Berggasthaus eintraf, sah ich, dass meine Entscheidung vom Morgen zum Abbau der Antenne absolut richtig war. Es gibt so einige Weiden rund um die Alp und das Berggasthaus. Doch die Kühe standen genau auf der Weide, auf der der Baum stand, den ich für die zweiten Abspannung genutzt hatte. Und einer der beiden Hochspannungsgenerator für den elektrischen Weidezaun befand sich direkt vor dem Haus.
 
Tag 16: Abfahrt
 
Das Wetter vereitelte am letzten Tag den Aufbau der Funkstation außerhalb des Berggasthauses. Es regnete nahezu den gesamten Tag. Daher unternahm ich lediglich einen sehr kurzen Ausflug in einer der nur 10 Minuten andauernden Regenpausen − und fing mit diesem Bericht an. Am Nachmittag begann dann die Abfahrt in Richtung Zürich, wo es wieder mit dem Nightjet der ÖBB nach Berlin ging.
 
Noch der Vollständigkeit halber für alle an SOTA Interessierten: Es gibt keine ausgeschilderten Wanderwege, noch nicht einmal solche mit alpiner Stufe, auf den Vorderen Grauspitz, SOTA HB0/LI-001 (2599 m), und den Ochsenkopf, SOTA HB0/LI-005 (2286 m).
 
Eine Funkstation und zwei Antennen
 
Als Stationsausrüstung waren ein Elecraft KX3, zwei Doublet-Antennen, einen 6 m GFK Portabel-Mast, eine Palm Portable Key und einen LiFePo4-Akkumulator mit 4,5 Ah mit im Gepäck.
 
Für den Funkbetrieb vom Berggasthaus aus hatte ich mir vorher eine Doublet-Antenne für 80 bis 20 m aufgebaut. Sie besteht aus 2 × 24,5 m isolierter, zugfester Litze (UL von www.dx-wire.de) und 8 m Zweidrahtleitung (300-Ω-Bandleitung vom gleichen Händler). Zwar hatte ich mir ein Zimmer reservieren lassen, das zum gestreckten Aufbau der Doublet hätte dienen können. Doch es gab ein Problem. Die Abstände zu dem als Abspannpunkt erkorenen Baum und dem Telefonleitungsmast waren ausreichend. Das hatte ich zuvor auf einem Satellitenbild abgemessen. Jedoch war der Baum niedriger als ich ihn in Erinnerung hatte. Ein Blick von der Seite auf Mast, Baum und Zimmer zeigte mir, dass die Antenne dann auf der Brüstung der Terasse aufliegen würde. Beabsichtigt waren einige Meter Abstand.
 
Daher spannte ich die Antenne kurzerhand vom Zimmerfenster am Hang entlang. Die Zweidrahtleitung führten zum Fußpunkt in etwa 8 m Höhe. Der eine Antennenast war eher waagerecht bis zu einem Baum an der Zufahrtsstraße in 35 m Entfernung gespannt, der andere zu einem 40 m entfernten Baum auf einer Weide hangabwärts. So hing die Doublet an den Ende in etwa 10 m Höhe. Der Winkel zwischen den beiden Ästen betrug etwa 120°, also wie bei einer Inverted Vee. Die Antenne ließ sich, so wie vorgesehen von 80 bis 20 m mit dem internen Antennentuner abstimmen. Am Übergang von der Zweidrahtleitung zum Transceiver setzte ich keinen Balun zur Symmetrierung ein, da der Transceiver samt Akkumulator ja ohne eine galvanische Verbindung zur Erde auf dem Tisch stand. So konnte ich die Zweidrahtleitung, an die ich zwei Bananenstecker gelötet hatte, über einen Adapter direkt an die BNC-Antennenbuchse anschließen.
 
Als Antenne für den Einsatz außerhalb des Berggasthauses verwendete ich natürlich nicht die schwere Doublet, zumal auf einem Gipfel in der Regel ausreichend hohe Abspannpunkte fehlen. Daher baute ich mir vorher eine leichte Doublet zusammen, die in den QRP-Kreisen auch als Twisted-Hille gekannt ist. Jedoch verlängerte ich die Antenne etwas. Statt der üblicherweise verwendeten 2 × 6 m schnitt ich mir 2 × 9,5 m zurecht. Die symmetrische Zuleitung beträgt weiterhin 8 m. Zusammen mit dem 6 m langen Teleskopmast lässt sie sich gut als Inverted V aufbauen. Ein paar Heringe aus Kunststoff und kurze Abspannschnüre vervollständigen die Antenne. Auch hier sparte ich mir den Balun, der eigentlich am Übergang zwischen der symmetrischen Zweidrahtleitung und dem unsymmetrischen Eingang des Transceivers erforderlich ist, da weder Transceiver noch Stromversorgung mit dem Erdboden verbunden sind.
 
Dankeschön
 
Ich möchte ich mich auf diesem Weg noch einmal bei der Familie Schädler, den Betreibern des Berggasthauses Sücka, unter anderem für die schöne Zeit dort bedanken. Sie gestatteten mir außerdem auf Nachfrage, eine Funkstation samt Antenne aufzubauen. Das ist in der heutigen Zeit nicht überall so.
 
Außerdem bedanke ich mich bei allen Funkamateuren und SWLs, die meine leisen Signale aufnehmen konnten. Es hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dem einen oder anderen zu einem neuen DXCC-Gebiet oder wenigstens zu einem weiteren Pünktchen auf der einen oder anderen Liste verholfen zu haben. QSL-Karten gehen in den nächsten Tagen (Anfang August) über das QSL-Büro an die Empfänger. Das HB0-Logbuch ist bereits aktuell.
 
73/72 de Ingo, DK3RED − Nicht vergessen: Der Spaß ist die Energie!
 
Nachtrag vom 18. August 2019: Alle QSL-Karten sind über das Büro unterwegs.