Viel Spaß mit Telegrafie

Meine funktechnische Vorliebe liegt auf dem Gebiet der Telegrafie (CW). Ich hoffe, dass ich Ihnen diese Betriebsart auf dieser Webseite etwas näher bringen und vielleicht sogar Ihr Interesse auf sie lenken kann.
Linie nach oben (Meine) Gründe für die Benutzung von CW
 
Das Hobby Amateurfunk ist so vielfältig, dass jeder entsprechend den persönlichen Neigungen und technischen Möglichkeiten seine Lieblingsbetriebsart wählen und sich dieser bei Beachtung einiger Grundregeln ungestört widmen kann.
Meine Wahl fiel auf die Telegrafie. Mit ihrer Hilfe kann ich ohne Verwendung zusätzlicher Geräte Informationen übertragen. Nur die eigenen Ohren, der Transceiver und eine Morsetaste sind dafür erforderlich. Wenn die Morsetaste durch ein Mikrofon ersetzt wird, ist dies auch mittels Telefonie (SSB) möglich. Ein Vorteil der Telegrafie gegenüber der Telefonie ist jedoch die Tatsache, dass ein CW-Signal auch noch unter Bedingungen aufgenommen werden kann, bei denen SSB nicht mehr möglich ist. Warum? Stellen Sie sich einmal ein sehr leises Signal vor. Muss nur ein Ton erkannt werden, so ist dies auch dann noch möglich, wenn die Aufnahme von Wörtern schon gescheitert ist.
Durch die in der letzten Zeit entwickelten neuen Betriebsarten (z.B. PSK31) können auch dann noch Verbindungen hergestellt werden, wenn sogar die Telegrafie schon versagt. Jedoch sind dafür stets Zusatzgeräte (meistens Computer) notwendig. Da ich selbst öfters von Standorten abseits jeglicher Zivilisation meinem Hobby nachgehe, wäre daher immer zusätzlich noch mindestens ein Notebook erforderlich. Da ich dies nicht möchte, habe ich mich für die Telegrafie als favorisiertes Betätigungsfeld entschieden.
Doch dies ist nicht damit verbunden, dass ich Funkamateure, die diese Vorliebe nicht teilen, schlecht ansehe. Wenn ich mir die Sachen betrachte, die andere auf den Gebieten SSTV, PSK31 und den vielen anderen Bereichen unseres Hobbys so erreichen, ziehe ich den Hut vor ihnen.
Linie
nach oben Aufbau eines CW-Zeichens
 
Das ist ein zweischneidiges Thema. Einerseits sollten CW-Zeichen nicht nach der Anzahl von Punkten und Strichen unterschieden werden, sondern nach dem Klangbild (dem Sound). Wenn wir miteinander reden, achten wir ja auch nicht darauf, dass ein bestimmtes Wort aus einzelnen Buchstaben besteht. Wir hören das ganze Wort und erkennen dieses wieder. Genauso soll es auch bei der CW-Sprache sein.
Doch es sind einige Grundregeln für die Ausgabe von Morsezeichen zu beachten. Zu den grundlegendsten Regeln gehört ein Punkt-Strich-Verhältnis von 1:3. Des Weiteren ist ein Abstand zwischen den Punkten und Strichen eines einzelnen Zeichens von einer Punktlänge einzuhalten. Zwischen 2 CW-Zeichen eines Worts ist eine Pause von 3 Punktlängen angebracht. Der Abstand zwischen 2 Wörtern soll 7 Punktlängen betragen.
Linie
nach oben Internationale CW-Zeichen
 
Die CW-Zeichen können in 4 Gruppen (Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen, Verkehrszeichen) unterteilt werden. Neben den internationalen CW-Zeichen gibt es für einige Sprachen noch einige Zusatzzeichen oder auch ganze Alphabete. Diese wurden jedoch nicht in die verfügbare Aufzählung eingefügt.
Linie
nach oben CW-Abkürzungen
 
Die Betriebsart Telegrafie lebt erst richtig durch die darin verwendeten Abkürzungen auf. CW-Zeichen schnell "zu formen" und wiedererkennen zu können, ist eine Sache, die flüssige Abwicklung eines QSOs eine andere. Es ist auch möglich, ein ganzes QSO im Klartext abzuwickeln, jedoch geht es schneller unter Verwendung der gängigen, international verständlichen Abkürzungen und dem Weglassen von Füllwörtern. Wenn Sie mit CW beginnen, werden es erst wenige Abkürzungen sein, die Sie während eines QSOs verwenden. Jedoch werden es von QSO zu QSO mehr werden. Ich selbst verwende auch nicht alle hier genannten Kürzel laufend in den QSOs. Manche suche ich einfach bei Bedarf während eines QSOs schnell die passende aus einer bereitliegenden Liste heraus (hi). Die verfügbare Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Linie
nach oben CW-Geschwindigkeit und PARIS-Norm
 
Die einzelnen Zeichen des CW-Alphabets sind zum Teil unterschiedlich lang. Dadurch ist es nicht ohne weiteres möglich, für einen beliebigen Text eine bestimmte CW-Geschwindigkeit anzugeben. Um dieses Problem zu beseitigen, hat man sich für die Berechnung der CW-Geschwindigkeit auf ein Bezugswort geeinigt. Dieses Wort heißt PARIS. Es nimmt zusammen mit der sich anschließende Pause eine Länge von 50 Punktlängen ein. Daher ergibt sich folgender Zusammenhang: 1 Wort = 5 Buchstaben = 50 Punktlängen. Für die Angabe der CW-Geschwindigkeit sind 2 Varianten möglich. Einerseits die Angabe in Wörtern pro Minute (WpM) und andererseits die Verwendung von Buchstaben pro Minute (BpM). Sie können jederzeit ineinander umgerechnet werden. Ein Beispiel gefällig? 12 Wörter pro Minute = 60 Buchstaben pro Minute = 600 Punktlängen pro Minute. Das ergibt eine Punktlänge von 100 ms.

Impressum