14. bis 21. Juli 2018
 
SOTA-Logo Zum mittlerweile 9. Mal fuhr ich nach Liechtenstein, um dort Erholung und Hobby miteinander zu verbinden. Und wieder hatte ich mir den Sommer als Reisezeit ausgesucht, wie bei meiner ersten Reise vor 6 Jahren. Diesmal hatte ich mir jedoch das Ziel gesetzt, nicht nur die Unterkunft als Standpunkt für die Funkstation zu nutzen, sondern auch im Rahmen des SOTA-Programms von möglichst viele Gipfel aktiv zu werden. Auf der Liste der Association HB0 - Liechtenstein stehen 9 Gipfel. Alle Gipfel konnte ich nicht erreichen, da dazu die Zeit und meine Kondition nicht reichten. Am Ende waren es 3 aktivierte Gipfel.
Panorama − Blick vom Ferchenegg ins Rheintal
 
Helwangspitz SOTA HB0/LI-011 − ruhig und gut erreichbar
 
Blick vom Bargellasattel zum Helwangspitz Gipfel des Helwangspitz samt Kasten mit Gipfelbuch Wer ohne zusätzliche Wanderung auf den Helwangspitz gelangen möchte, begibt sich bis Gaflei. Bis dorthin fährt die Buslinie 22 von LIEmobil. Dort ist auch ein großer Parkplatz vorhanden, der sich zum Abstellen des Autos eignet. In mehreren Serpentinen geht es auf einem breiten Fahrweg vom Parkplatzes Gaflei (1483 m) zur Alp Bargella (1663 m) und weiter bis zum Bargellasattel (1742 m). Von dort geht es auf einem schmaleren Wanderweg zum Kamin (1937 m). Für die 2,9 km lange Strecke von Gaflei bis zum Kamin sind am Wegweiser 1 Stunde 15 Minuten angegeben − ich benötigte 20 Minuten mehr.
Blick vom Helwangspitz zum Alpspitz Doch bitte nicht den Kamin hinuntergehen. Es geht dort weiter, wo das rot-grüne Schild "Winterruhezone" steht. Blick vom Helwangspitz ins Samina- und Valünatal Die restlichen etwa 400 m führen durch einen dichten Bestand von Legföhren (Krüppelkiefern) auf einem schmalen nicht markierten Weg, für den man nochmals etwa 20 Minuten benötigt. Auf dem Gipfel des Helwangspitz, SOTA HB0/LI-011 in 2000 m Höhe gibt es kein Gipfelkreuz, dafür jedoch ein Gipfelbuch. Blick vom Helwangspitz zum Kuhgrat Achtung: Die nördliche Seite des Gipfels fällt steil ab. Die andere Seite fällt eher leicht ab und ist mehr oder weniger dicht mit Legföhren bestanden. Um den Gipfel herum gibt es jedoch mehrere freie Stellen, die sich zum Aufbau der Funkstation eignen. Ich suchte mir eine mit Gras bewachsene Fläche und befestigte den Antennenmast und die Drähte an den umstehenden Legföhren. Der Gipfel wird nur von wenigen Wanderern angelaufen, da diese scheinbar meist am Kamin zum Alpspitz (1997 m) abbiegen. Zugegeben bietet sich von dort eine gute Aussicht ins Rheintal − damit kann der Helwangspitz nicht aufwarten.
 
Eschnerberg SOTA HB0/LI-012 − zwei Tage bis zum Gipfel
 
Zwischen der schroffen Gipfelkette mit den Drei Schwestern im Osten und dem Rhein als Grenzfluss im Westen ragt ein Gebirgszug aus dem flachen Unterland von Liechtenstein. Auf ihm liegt die kleine Gemeinde Schellenberg. Von einem gleichnamigen Gipfel, so wie in der SOTA-Datenbank angegeben, ist auf den Wegweisern jedoch nichts zu finden. Nur die Ortsteile Hinterer Schellenberg, Mittlerer Schellenberg und Vorderer Schellenberg sind angegeben. Ich dachte, dass ich mir die Position von den Karten her gut eingeprägt hatte: am Nordostende des Gebirgszugs, kurz vor der Grenze zu Österreich und kurz vor dem Weg abwärts. Doch obwohl ich den richtigen Bereich erreichte und anschließend über verschiedene Wege des oben relativ ebenen Gebirgszug lief, entdeckte ich keinen Gipfel gleichen Namens. So beendete ich die Aktion enttäuscht und ohne ein QSO im Logbuch.
Gipfelfläche auf dem Eschnerberg Wieder in der Unterkunft angekommen, sah ich ich mir das Kartenmaterial auf SOTA Map noch einmal genauer an und studierte auch die Beschreibungen des Historischen Höhenwegs, dessen Informationstafeln ich gesehen hatte. Und ich erkannte, dass der Gebirgszug und der höchste Gipfel den Namen Eschnerberg trägt und nicht Schellenberg. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass die SOTA-Webseite den gültigen Gipfel zwar an der richtigen Stelle, jedoch mit falschem Namen angibt. Auf den Karten von SchweizMobil, OpenTopoMap und OpenStreetMap ist der Name korrekt vermerkt, jedoch die Höhe 1 Meter niedriger mit 697 m. Die Wanderkarte des Fürstentums Liechtenstein im Maßstab 1:25000 gibt hingegen 698 m an. Ich habe den Association Manager schon gebeten, den Namen zu ändern.
Ich und die Station auf dem Eschnerberg Am zweiten Tag startete ich den nächsten Versuch − wieder mit der Funkstation im Rucksack. Der nur 2 km lange "Aufstieg" begann an der Haltestelle Sägaplatz der Buslinien 32, 33 und 35 von LIEmobil auf 640 m, an der es auch einen recht großen Parkplatz gibt. Von dort folgt man dem Weg zur Oberen Burg Schellenberg (664 m). Ein kurzer Sprung hinauf lohnt sich, auch wenn nur noch wenige Mauern vorhanden sind. Der Eintritt ist frei. Am Fuß der Ruine befindet man sich nun schon auf dem historischen Höhenweg (siehe oben). Er führt zu der nach Feldkirch hin steil abfallenden Felskante und weiter oben entlang. Auf dem Weg Richtung Nordost sollte man sich auch den Findling ansehen, der unweit des Wegs auf dem Grantenstein (695 m) liegt.
Eine gute Orientierung, um den Gipfel zu finden, ist anhand der Informationstafeln möglich. An der Tafel "Föhren-Eichenmischwald" zweigt nach links ein breiter Fahrweg in den Wald ab, während man dem Wanderweg an der Felskante folgend nach wenigen Metern den Aussichtspunkt an der Tafel "Kulturraum-Feldkirch" erreicht. Dort bietet sich eine gute Aussicht auf das Unterland und auf Feldkirch.
Blick vom Eschnerberg Richtung Feldkirch Wer sich an diesem Punkt umdreht, steht vor einer im Sommer dicht bewaldeten und daher kaum als Gipfel erkennbaren Erhebung. Das ist der höchste Punkt, der irrtümlich als Schellenberg angegebene ist: der Eschnerberg, SOTA HB0/LI-012, mit 698 m Höhe, der 1 Punkt in der SOTA-Wertung bringt. Doch man muss ihn nicht vom Aussichtspunkt aus begehen, denn es gibt einen Trampelpfad hinauf, der an der Weggabelung wenige Meter vorher beginnt. Der Weg führt über den Gipfel hinweg und Richtung Österreich an einem Grenzstein vorbei wieder hinunter.
Der Gipfel ist sehr flach, bewaldet und nicht spektakulär. Ein Gipfelkreuz sucht man vergebens, ebenso einen Gipfelstein − jedenfalls habe ich keinen entdecken können. Ich nutzte zum Aufbau der Station einen Platz zwischen nicht ganz so dicht stehenden Bäumen. Dann erreichte mich das schon angekündigte Wärmegewitter, sodass ich die Station abdeckte und in Regenjacke und -hose schlüpfte. Erst nach 45 Minuten war wieder an Funkbetrieb zu denken, auch wenn es anfangs noch kräftig im Kopfhörer krachte. Wer nicht auf dem Waldboden sitzen möchte, kann auch die Holzbank am Aussichtspunkt nutzen, denn die liegt nur etwa 3 m tiefer und somit innerhalb des für SOTA gültigen Bereichs von 25 m unterhalb des Gipfels.
Für den Rückweg kann man denselben Weg nutzen oder die als "Rundweg 1" bezeichnete Wegstrecke des historischen Höhenwegs vollenden.
Panorama − Blick vom Schönberg auf Galinakopf (links), Ochsenkopf (Mitte) und Bergkette (rechts hinten) mit Augstenberg, Grauspitz und Falknis
 
Schönberg SOTA HB0/LI-009 − grandiose Aussicht
 
Der Schönberg lässt sich über mehrere Wege erreichen. Ich startete meinen Aufstieg in Malbun. Dort beginnt nahe der Friedenskirche auf 1600 m ein bequemer Wanderweg zum Schönberg. Auf ihm geht es am Sass (1725 m) vorbei zur Weggabelung am Sassfürkle (1786 m).
Blick zum Schönberg Gipfelkreuz auf dem Schönberg samt Kasten mit Gipfelbuch Nachdem man von dort das Obersäss und den Grat überquert hat, ist der runde Gipfel des Schönberg schon sichtbar. Wer will, der kann auch einen Weg entlang der Felswände der Drei Kapuziner wählen. Ich nutze einen direkteren Weg, der anfangs eher ein Wildpfad ist und der später schräg über die Weiden der Alp Guschg zum Gipfel führt.
Funkstation kurz unterhalb des Gipfels auf dem Schönberg Der Gipfel des Schönberg, SOTA HB0/LI-009 mit 2050 m Höhe fällt nach Norden und Nordwesten steil ab. Für den Aufbau der Funkstation nutzte ich eine Vertiefung auf der Weide. Leider kamen hier nur sehr langsam die für eine SOTA-Aktivierung mindestens erforderlichen Funkverbindungen zu stande. Für den Abstieg nutze ich wiederum den Weg über die Weiden zum Sassförkle und weiter nach Malbun.
Panorama − Blick vom Schönberg Richtung Rhein und die Bergkette von Helwangspitz bis Drei Schwestern
 
Stationsausrüstung
 
Als Stationsausrüstung waren ein Elecraft KX3, eine Multibandantenne und ein 6 m GFK Portabel-Mast mit im Rucksack. Startpunkt war stets das in den Vorjahren genutzte Berggasthaus Sücka auf 1402 m Höhe.

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