22. Dezember 2017 bis 6. Januar 2018
 
Berggasthaus Sücka Schon den Jahreswechsel 2016/2017 verbrachte ich in den Bergen als HB0/DK3RED/P. Ziel war wiederum das Fürstentum Liechtenstein, das ich schon von einigen Reisen in den Vorjahren her gut kannte. Als Unterkunft diente mir abermals das Berggasthaus Sücka. Es befindet sich auf 1402 m Höhe. Die genaue Position ist hier zu finden ist.
 
Für den Weg von Berlin bis Zürich nahm ich wieder den Nachtzug EuroNight. Das dauert zwar wesentlich länger als ein Flug, doch das Gewicht und der Umfang des Gepäcks spielt im Zug keine Rolle. Und man hat bei der Ankunft am nächsten Morgen noch fast den ganzen Tag zur Verfügung, während man sich sonst am Tage durch Sicherheitskontrollen quält oder am Gepäckband steht. Vor Zürich ging es im InterCity bis Sargans und noch ein kleines Stück mit dem Bus von LIEmobil über Vaduz bis zur Haltestelle "Steg Tunnel". Hausgäste können sich von dort auch mit einem Shuttle abgeholt lassen. Doch ich wählte den nur 20 min langen Weg die alte Straße hinauf, die im Winter als Rodelbahn dient.
 
Unterwegs in den Bergen
 
In diesem Jahr lag schon im Dezember Schnee in den Tälern rechts und links des Rheins. Das waren beste Voraussetzungen, um mit den bei Malbun Sport samt Stöcken ausgeliehenen Schneeschuhen Liechtenstein zu durchwandern. Dort lassen sich auch Ski und Skischuhe ausleihen, wenn man die Skipisten in Malbun oder die Langlaufloipen in Steg erkunden möchte.
 
Prinzipiell lässt sich das gesamte kleine Land erkunden. Es gibt jedoch im Winter ein paar Einschränkungen. So sollten einige Gebiete besonders an den höher gelegenen Hängen nicht querfeldein durchwandert werden, da sie den Wildtieren als Rückzugsgebiet dienen. Die als Wildruhezonen bezeichneten Gebiete sind bei der Landesverwaltung und auf Hinweisschildern an den Wanderwegen dargestellt. Durch einige dieser Zonen führen Korridore, die man nicht verlassen sollte. Panorama − Blick von Silum ins Samina- und Valünatal
Doch obwohl Liechtenstein nur rund 160 km² groß ist, bleiben noch genügend viele Flächen zum Wandern übrig. Ich möchte Ihnen hier 3 Wanderungen vorschlagen.
 
Naafkopf (2570 m, links) und Hinterer Grauspitz (2574 m, rechts) Valünatal: Eine Wanderung, die ich jedem Besucher nur empfehlen kann, ist entlang des Valünatals. Für den 7 km lange Weg sind etwa 2 Stunden anzusetzen. Es geht insgesamt nur 200 m bergauf und 200 m bergab. Startpunkt ist diesmal der Parkplatz am Gänglesee am Eingang zum Valünatal. In den Wintermonaten sind die Wege im Valünatal als Loipen präpariert und sollten nicht betreten werden. Parallel dazu führt jedoch ein Winterwanderweg bis zur Alp Valüna. Zwar ist sie im Winter geschlossen, doch an den Gebäuden der Alp stehen Holzbänke, von denen man in Richtung Süd eine gute Aussicht auf den Naafkopf und den Hinteren Grauspitz hat. Sie bieten sich für eine kurze Rast an. Der Rückweg führt auf dem gleichen Weg zurück zum See.
 
Bergkette von Hinterer Grauspitz (2574 m, links) über Falknis (2560 m, Mitte hinten) bis Rappastein (2222 m, rechts) Sassweg: Die zweite Wanderung beginnt in Malbun, genauer an der Friedenskapelle im Ortszentrum. Für die etwa 5 km lange Tour sind 2 Stunden erforderlich. Es geht 200 m bergauf und 200 m bergab. Von der Kapelle aus führt ein gut präparierter Winterwanderweg am Hang aufwärts. Zwischendurch gibt es immer wieder Gelegenheiten, auf einer der nahe am Weg stehenden Bänke die Sonne zu genießen. Doch spätestens am Sass sollten Sie eine Pause einlegen, bevor es wieder abwärts geht. Man kommt am Ende des Schlepplifts an der Schneeflucht an. Von dort geht es noch ein Stück weiter bis ins Zentrum.
 
Alpspitz (1942 m, links von der Mitte), Helwangspitz (2000 m, rechts von der Mitte) und Kuegrat (2123 m, rechts hinten) Schwemmiwald: Die dritte Wanderung führt wieder in die Nähe von Steg. Für den etwa 5 km langen Rundweg sind 2 Stunden anzusetzen. Dabei geht es insgesamt 130 m bergauf und 130 m bergab. Der Weg führt vom Parkplatz am neuen Tunnel die Straße entlang bis zum Gänglesee. Von dort geht es noch ein Stück hinein ins Valünatal, bevor es nahezu entgegengesetzt am Hang schräg aufwärts geht. Dieser auch als Schwemmiweg bezeichnete Fahrweg führt durch den Wald bis hinauf zur Alp Sücka und dem gleichnamigen Gasthaus. Panorama − Blick von Silum ins Rheintal
Zwischendurch bieten sich immer wieder Ausblicke auf Groß-Steg und Klein-Steg sowie zum Schönberg hinüber. Am Gasthaus angekommen kann man sich bei einem Imbiss stärken und anschließend per Rodel die etwa 1 km lange, vom alten Tunnel kommenden Straße hinunter sauen. Es ist nicht erforderlich, einen Rodel mitzubringen, denn man kann ihn im Gasthaus ausleihen und am unteren Ende der Bahn wieder abstellen. Ich startete die Tour natürlich an der Sücka.
 
Funkbetrieb als HB0/DK3RED/P
 
Da das Fürstentum Liechtenstein das CEPT-Abkommen unterzeichnet hat, ist es nicht erforderlich, sich auf kompliziertem Weg eine Gastlizenz zu besorgen. Die Mitführung der Lizenz des Heimatlands reicht.
 
Antenne Für diese Aktivierung baute ich eine Antennen auf, die auf 160 m eine volle Wellenlänge besitzt. Auf Google Maps lassen sich neben der Fläche von Grundstücken auch Entfernungen recht genau bestimmen. Zu Hause hatte ich mir schon mögliche Abspannpunkte für zwei Antennen ausgesucht. Vorgesehen war zum einen eine liegende Schleife mit 170 m Umfang und zum anderen eine endgespeiste Antenne mit 170 m Länge. Da ich jedoch nicht die vor dem Gasthaus an Masten befestigte Telefonleitung berücksichtigt hatte, baute ich statt der Schleife den endgespeisten Draht auf.
 
162 m wurden mit Schlaufen versehen den Hang hinauf gespannt. Als Abspannpunkt am Hang diente mir ein 215 m vom Haus entfernter 15 m hoher Baum. Leider kam ich mit einer Wurfleine nicht über seine Spitze, sodass ich die Abspannschnur wesentlich tiefer befestigten musste. Am Ende hing der Draht am Haus etwa 7 m über dem Boden. Im Einschnitt nahe der Straße waren es etwa 15 m und an seinem Ende am Hang waren es etwa 5 m. Als zweiter Abspannpunkt diente die ohnehin vorhandene, solide Brüstung vor dem Fenster. Für die Abspannschnüre verwendete ich Maurerschnur. Sie ist preiswert und trotzdem extrem zugfest.
 
Für den Aufbau verwendete ich 170 m Litze UL von DX-Wire. Die Antennenlitze besteht aus 6 verzinnten Kupferdrähten mit einem Kern aus sehr zugfestem Aramid. Die Litze hat eine Bruchlast von 60 kg und die daraus gebaute Antenne ein Eigengewicht von 680 g. Doch Vorsicht: Die Isolation besteht nur aus einer dünnen PE-Schicht. Man sollte sie nicht zu stark quetschen oder belasten, da sie sonst aufreißt und Feuchtigkeit in die Leitung eindringen kann.
 
Bei einer endgespeisten Antenne ist kein Gegengewicht erforderlich − so steht es in vielen Büchern. Die Impedanz am Antennenende liegt bei mehreren Kiloohm und es ist ein Fuchs-Kreis (Parallelschwingkreis) zur Anpassung an 50 Ω erforderlich. Doch schon ein paar Meter vom Antennenende entfernt sinkt die Impedanz auf einen Wert ab, den gute Antennentuner schon anpassen können. Von dem Draht der 170-m-Rolle nutzte ich daher 8 m, die ich einfach nahe am Haus (und der Station) in Richtung Erdboden führte. Die Antenne bestand so aus einem 162 m langen Ende und einem mit 8 m. Eine kurze Zweidrahtleitung führte im Fensterrahmen eingeklemmt in das Zimmer.
 
Als die Antenne hing, wendete ich mich der restlichen Stationsausrüstung zu. Mit im Gepäck hatte ich einen Elecraft KX3 mit 5 W Ausgangsleistung. Obwohl ich diesen Transceiver schon vom QRPproject, bei denen ich das Gerät kaufte, mit einem Tuner ausrüsten ließ, hatte ich noch das Z-Match ZM-4 als Antennenkoppler mit. Zum Geben diente mir vorwiegend ein Microsoft Surface 4 − die mitgenommene Palm Single diente nur als Reserve. Als Stromversorgung kam ein LiFePo4-Akkumulator mit 4,5 Ah Kapazität zum Einsatz.
 
Sturmschäden Die Antenne ließ sich von 80 bis 10 m mit dem Antennentuner des KX3 anpassen, mit dem ZM-4 natürlich ebenfalls. Auf 160 m war stets das ZM-4 erforderlich. Die Antenne überstand sogar das Sturmtief am 3. Januar mit Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h. Der Antennendraht wurde zwar in alle Richtungen geschoben, doch die Abspannung an einem Ast des Baums federte alles ab. Lediglich ein Baum an der Straße kippte um und seine Spitze sauste haarscharf an der Antenne vorbei.
 
QSL-Karte HB0/DK3RED/P An 10 der 16 Tagen, die ich in Liechtenstein war, konnte ich zu unterschiedlichen Zeiten insgesamt 163 QSOs zu Stationen in 30 DXCCs und auf 7 Bändern von 80 bis 10 m erreichen. Auf 160 und 12 m gelangen leider keine Verbindungen. 62 QSOs waren mit Stationen in Deutschland und weitere 97 QSOs mit Stationen im restlichen Europa. Besonders gefreut habe ich mich über vier QSOs auf 80 m nach Kanada (6611 km), in den Fernen Osten Russlands (8609 km) und zweimal nach Japan (9364km und 9455 km).
Professionell gestaltete QSL-Karten vom QSL-Shop sind für alle Verbindungen schon über das Büro unterwegs, ohne eingehende QSL-Karten abzuwarten. Trotzdem würde ich mich über eintreffende Karten freuen, denn ich bin ein notorischer Sammler.

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