Rund um den Brocken -
Unterwegs im Oberharz

14. - 29. Januar 2012
 
Im Flachland, in dem ich wohne, ist selbst im tiefsten Winter nur selten Schnee in größer­en Mengen vorhanden. Es herrscht dann eher Schmuddelwetter vor. Und wenn wirklich mal eine Schneeflocke auf der Straße liegt, bricht der Verkehr zusammen.
Daher zog es mich diesmal im Urlaub in eine schneesichere Gegend, in der man auch mit etwas mehr Schnee klarkommt. Der nächste erreichbare Punkt war der Harz und dort die Gegend um den Brocken. Als ich losfuhr, lagen dort über 1,3 m Schnee. Also nichts wie hinein in den Zug.
 
Anreise und Unterkunft
 
Zug der Harzer Schmalspurbahnen nahe Drei Annen Hohne Schierker Feuerstein - Namensgeber des gleichnamigen Kräuterlikörs Der Harz ist Deutschlands nördlichstes Ge­birge. Es erstreckt sich ellipsenförmig über eine Fläche von 90 km x 30 km. Der 1990 errichtete Nationalpark Hochharz und der 1994 gegründete Nationalpark Harz fusio­nierten 2006 zum Na­tio­nal­park Harz. Er umfasst mit 247 km² rund 10 % der Ge­samtfläche des Harzes. Der Nationalpark Harz steigt von seinen Randzonen bei etwa 230 m im Norden bzw. 270 m im Süden bis zum Brocken auf 1142 m kontinuierlich an. Sein Gipfelmassiv, der Hochharz, überragt die um­liegende Tiefebene somit um mehr als 800 m. Daher besitzt er eine besondere meteorolo­gische Lage, die teilweise den der Alpen in 2000 m Höhe gleichkommt. Doch nur 4 % des Nationalparks sind nicht bewaldet.
Villa Fichtenhof Villa Fichtenhof Als Ausgangspunkt für die Erkun­dung des Oberharzes wählte ich Schierke. Dort stehen am Rande des Nationalparks Harz sehr viele Fe­rienwohnungen und -häuser zur Ver­fügung, sodass sich für jeden eine passende Unterkunft finden sollte. Ich wählte die ruhig ge­le­ge­ne Villa Fichtenhof aus, die aus ei­nem klei­nen Ho­tel mit 12 Zimmern und einem Restaurant besteht. Letzteres bietet ein umfang­reiches Angebot an Wild- und Fischgerichten, wobei nur sel­ten et­was Haus­ba­cke­nes auf den Tisch kommt. Der Küchenchef überraschte mich jedesmal, was man aus bekannten Zutaten so alles zaubern kann.
Neben der Harzer Schmalspurbahn (meine Wahl) ist der Ort von Wernigerode oder Braunlage aus auch gut mit dem Bus erreichbar. Das Auto kann somit getrost zu Hause bleiben, zumal das im Gegenzug zur Kurtaxe ausgegebene Harzer Urlaubs-Ticket zur ko­stenlosen Benutzung der Busse im ganzen Harzkreis (Sachsen-Anhalt) berechtigt.
 
Der Brocken
 
Blick von Fuße des Wurmbergs zum Brocken Brocken Wer im Harz unterwegs ist, kommt am Brocken nicht vorbei. Sein Gipfel liegt oberhalb der Baumgrenze. An trockenen Tagen soll die Sichtweite bis 230 km betra­gen. Soweit geht es leider im Winter nicht. Doch sichtbar waren der Petersberg nahe Halle/Saale (100 km), der Große Insels­berg in Thüringen (106 km) und der Hohe Meißner (85 km). Weitere markante Punkte (Türme, Berge) waren zwar in größerer Entfernung zu sehen, aber von mir nicht namentlich zuzuordnen.
Brocken, wenn der Nebel verschwindet am Brocken, wenn der Nebel verschwindet Wer nicht nur zwischen Brocken-Bahnhof (1125 m), Gipfelstein (1142 m) und Bro­ckenwirt unterwegs ist, der entdeckt be­stimmt bei einem Rundgang zwischen dem Gipfelstein und dem Gebäude des Wetter­diensts an einem der Granitfelsen eine Me­talltafel mit Informationen zum Brockenkli­ma. Auf ihr sind die folgenden, im Zeit­raum von 1960 bis 1990 erhobenen Durch­schnittswerte festgehalten: Temperatur 2,9 °C, Niederschlagsmenge 1814 l/m², 276 Tage mit Schneedecke (über 9 Monate), 306 Nebel­tage (Tage, an denen die Sichtweite kurzzeitig unter 1 km liegt).
Wetterwarte (seit 1895) auf dem Brocken bei 6 bis 7 Beaufort (50 km/h) Im Umkehrschluss heißt es, dass an nur 59 Tagen durchgängig kein Nebel vorhanden ist. Zum Glück treten Tage mit Dauerne­bel seltener auf. Sollten Sie bei Ihrem Besuch also nichts von der vielgepriesenen Aussicht zu sehen sein, so machen Sie sich entweder (besonders im Sommer) einen Rundgang auf dem Plateau oder wärmen Sie sich (im Winter) beim Brockenwirt auf. auf dem Brocken An dem einen Tagen, an dem ich auf dem Gipfel bei Nebel ankam, wurde es zum Nachmittag hin klar. An den anderen Ta­gen, war kein Nebel sichtbar. Dafür weht dort oben oft ein nicht zu unterschätzender Wind. Zeitweise wird dann sogar der Bahnbetrieb eingestellt. Zu Fuß kommt man jedoch auch dann weiterhin auf den Brocken und auch wieder hinunter. Auf dem Foto rechts können Sie die anderen, noch auf dem Brocken vorhandenen Gebäude sehen (von links nach rechts): nicht zugängliches Technikgebäude mit dem Sen­demast dahinter, Gipfelstein mit mir davor, Brockenherberge mit Aus­sichtsplattform sowie Restaurant und Gaststätte, Brockenhaus (Muse­um) und Wolkenhäuschen (Schutzhütte mit spitzem Dach). Nicht zu sehen ist der tiefer lie­gende Bahnhof der Brockenbahn.
samstags auf dem Brocken Besonders an den Wochenenden ist (nicht nur) der Brocken stark besucht. Doch etwas weiter weg verteilen sich die Men­schenmasse zum Glück wieder.
am Brocken An den Tagen, an denen ich auf dem Gipfel war, zeigte sich der Brocken jedesmal von einer anderen Seite. Mal war es anfangs nebelig, wurde dann aber besser. Einmal war es völ­lig klar, jedoch bei starkem Wind ei­sig. Auch einen windstillen Tag gab es. Während in den Tälern ein dicker Nebel festhängt und weit oberhalb eine geschlossene Wolkendecke vorhanden ist, kann es auf dem Gipfel trotzdem ausgezeichnete Sichtverhältnisse geben. Man füllt sich dann fast wie auf einer Insel im Wolkenmeer, von der aus die Sicht bis zum Horizont reicht. Wenn Sie die Gelegenheit ha­ben, so besuchen Sie den Brocken mehrmals. Er überrascht jedesmal mit etwas neuem.
Noch ein Hinweis zum Brockenhaus: In seiner Kuppel ist keine Abhörtechnik mehr unterge­bracht, auch wenn dies an einigen Stellen zu lesen ist. Dort drinnen hängen heute nur noch drei kleine Antennen für den Empfang von Fernseh- und Rundfunkprogrammen. Das Museum selbst schreib in seiner Ausstellung, dass das Gebäude nach dem Abzug der Nut­zer besenrein übergeben worden ist.
 
Unterwegs
 
unterwegs Stempelstelle für die Harzer Wandernadel - hier am Trudenstein Doch auch um den Brocken herum gibt es viele sehenswerte Sachen. Als Ausgangs- oder End­punkte bieten sich Ilsenburg, Bad Harzburg, Drei Annen Hohne, Braunlage, Torfhaus, Oderbrück und natürlich Schierke an. Die Wanderwege sind gut ausgeschildert, sodass selbst im Winter eine leichte Orientierung möglich ist. Teilweise gibt es auch Loipen.
Wer die Landschaft genießen und nebenbei noch "jagen" möchte, der kann ja unterwegs Punkte für die Harzer Wandernadel sammeln. Stem­pelstellen in Form kleiner Holzkästen finden sich an vielen markanten Punkten im ganzen Harz. Als Trophäe winken dann Auszeichnungen in unterschiedlichen Stufen für Wanderkö­nige und Wanderkaiser.
 
unterwegs unterwegs Gerade werktags und/oder außerhalb der Saison (Wintersaison beginnt Ende Januar) ist man teil­weise stundenlang unterwegs, ohne einem ande­ren Wanderer zu begegnen. Schutz vor eventuell auftretenden Wetterunbilden bieten die nahezu an allen Wegen aufgebauten Schutzhütten. Oder man kehrt in einer der vielen Gaststätten ein. Wer sich näher über mögliche Wandertouren (oder Radtouren im Sommer) informieren möch­te, der kann z.B. bei Harztourist Wan­dern/Radwandern weitere Informationen und Anregungen erhalten. Doch die nahezu überall käuflich erhältlichen Wanderkarten reichen auch aus, um den Oberharz zu erkunden.
 
Blick auf Torfhaus Von dem neben der Schmalspurbahn zum Brocken entlangfüh­renden oberen Teil des Goethewegs ist Torfhaus mit seinen markanten Antennenanlagen gut zu sehen. Links befindet sich der 280 m hohen Stahlrohrmast des NDR, der für die Verbrei­tung des digitalen Fernsehprogramms DVB-T dient. Für die Ab­strahlung des UKW-Hörrundfunks dient der 130 m hohe Stahl­dsrohrmast ganz rechts. Bis 1994 trug der noch erhaltene 57 m hohen freistehenden Stahlfachwerkturm 2 Parabolsegment­antennen von je 18 m Durchmesser. Der daneben errichtete, 45 m hoher Gittermast mit nochmals 2 Parabolsegmentantennen von je 10 m Durchmesser, wurde ganz abgerissen. Grund dafür war die Tatsache, dass die über diese Spiegel reali­sierte Überhorizont-Richtfunkverbindung für Telefongespräche zu dem über 200 km ent­fernten West-Berlin (Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg) nicht mehr notwendig war.
 
Steinerne Renne Steinerne Renne Als Zwischenstopp bei Wanderungen östlich des Brockens bietet sich das Waldgasthaus und Hotel Steinerne Renne geradezu an. Doch es kann auch als Basislager für Wanderungen die­nen. Die Ruhe ist einem dort oben gewiss. Hinter dem Haus rauscht das Flüsschen Holtemme in der Steinernen Renne über insgesamt 200 m in mehreren Wasser­fäl­len ins Tal, das auch über ei­nen idyllischen Wanderweg erreichbar ist.
Kleiner Tipp: Wenn Sie im Gasthaus einkehren, was ich Ihnen wärmsten empfehlen kann, so set­zen Sie sich an den runden Tisch ganz hinten in der rechten Ecke, wenn er frei sein sollte. Von dort haben Sie aus dem Erker heraus die beste Sicht zum Wasserfall und ins Tal.
 
älterer Generator im Wasserkraftwerk Steinerne Renne Ein Teil des Wassers der Holtemme wird für die Stromerzeugung ge­nutzt. An einem Wehr unterhalb des Gasthauses Steinerne Renne zweigt ein 1,7 km langer 1,2 m breiter geschlossener Kanal nahezu waagerecht zum Rechenhaus auf dem Hippeln ab. Dort werden Schwimmstoffe (meist Laub) ausgesiebt. Dahinter fließt das Wasser über eine 550 m lange Druckrohrleitung zum 160 m tiefer liegenden Wasserkraftwerk hinunter. Überschüssiges Wasser wird am Rechen­haus durch einen Überlauf geleitet, dessen unteres Rohrende vom Weg entlang der Holtemme zu sehen ist.
Schaufelrad des Wasserkraftwerks Steinerne Renne Das seit 1899 in Betrieb befindliche Was­ser­kraft­werk Steinerne Renne liegt direkt neben dem gleichnamigen Bahnhof. In der Regel ist es nicht zugänglich. Nur an Tagen des technischen Denkmals ist es geöffnet. Doch wenn man sich den großen Fenstern nähert, geht automatisch im Innern des Gebäu­des das Licht an. Dadurch werden die beiden Generatoren ins rechte Licht gesetzt. Als ich dort ankam, waren gerade zwei Monteure am Werk, um irgendetwas zu überprüfen. Als sie sahen, wie ich durch die Fenster fotografierte (geht gut), schlugen sie mir vor, ins Gebäude zu kommen. So konnte ich gleich noch ein paar Fragen zur Technik los­werden. Die Schautafel außen ist aber auch sehr informativ. Der Strom wird mit zwei Pelton-Turbinen von 90 kW (1899) und 240 kW (1958) erzeugt, die 18 bzw. 22 Doppelschaufeln besitzen. Die Pelton-Räder drehen sich durch das mit hohem Druck (16 bar) auftreffende Wasser mit einer Geschwindigkeit von etwa 600 Umdrehungen pro Minute. Bei maximaler Leistung nutzt das Wasserkraftwerk 15 m³/min (250 l/s). Die beiden Turbinen erzeugen auf diese Weise im Jahr rund 1 Mio. kWh.
Die Zuschaltung zum Stromversorgungsnetz erfolgt über Schütze im Nulldurchgang der Spannung. Eine Synchronisation von Drehgeschwindigkeit und Netzfrequenz ist nicht not­wendig, da die Generatoren durch die Belastung des Netzes gebremst werden. Im Leerlauf (beim Abtrennen der Netzanbindung) würde die Drehgeschwindigkeit der Turbinen sehr schnell hochlaufen. Daher werden sie dann automatisch abgeschaltet. Das an der älteren (schwarzen) Turbine noch zu sehende Transmissionsrad diente früher dazu, Maschinen des Schotter- und Granitwerks anzutreiben.
 
Skipiste am Wurmberg Seilbahn zum Wurmberg Der Wurmberg (971 m) nahe Braunlage ist dank seiner Skisprungschanze auf dem Gipfel gut von den anderen Bergen unter­scheidbar. Von Braunlage aus lässt er sich sogar mit ei­ner Seil­bahn er­rei­chen, was vie­le Ski­läu­fer ge­ra­de an Wo­chen­en­den ausgiebig nutzen. Außerdem gibt es einen Skilift zu den Richtung Braunlage hinunter­führenden Pisten. Vom Rodelhaus in der Mitte des Hangs (in Höhe der Mittelstation) kann man auch mit einem Schlitten abwärts rutschen. Da ich jedoch von Schierke aus zu Fuß dort ankam und die Ausleihstation im Tal liegt, musste ich mir die Fahrt auf der 1800 m langen Bahn verkneifen.
 
Gasse mit dem kleinsten Haus in Wernigerode Rathaus von Wernigerode Wer einmal einen ruhigeren Tag einlegen möchte, dem empfehle ich einen Besuch der nur 12 km von Schierke entfernt lie­genden Stadt Wernigerode. Vielleicht lässt sich der Ausflug ja mit einer Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn (Fahrzeit ab oder bis Schierke 1 Stunde 20 Minuten) verbinden. Beim Bummel durch die Altstadt mit ihren vielen gut er­hal­te­nen Fach­werk­häu­sern, Schloss Wernigerode Re­stau­rants und Ca­fés kann man Kraft für eine neue Berg­tour tan­ken.
Doch wer vor einem kleinen Anstieg nicht zurückschreckt, sollte sich unbedingt das auf einer Anhöhe, rund 100 m über der Stadt, thronende Schloss Wernigerode ansehen. Oben ange­kommen gibt es neben der wunderbaren Aussicht und dem Mu­seum unter anderem auch Kaffee/Tee und Kuchen in einem Café zu genießen.
 
Funkstation
 
SOTA - Summits On The Air Eine Funkstation war auch während diesen Urlaubs wieder mit dabei. Am Anfang der Urlaubs geisterte mir noch die Idee im Kopf herum, von ein paar Gipfeln im Rahmen des SOTA-Programms (Summits On The Air) aktiv zu werden. Doch davon nahm ich schnell Abstand. So etwas ist im Winter nur etwas für Verrückte.
Hier die 5 über 900 m liegenden Gipfel im Oberharz, die sich gut errei­chen lassen und die 10 Punkte einbringen.
 

Auf den Brocken (DM/SA-001, 1142 m) kommt man bequem mit der Bahn oder zu Fuß. Da beim SOTA-Programm ein Umkreis von 25 m unterhalb der höchsten Stelle eines Berges als Gipfelaktivierung zählt, kann der Funkbetrieb auf dem Brocken praktisch von der gesamten begehbaren Fläche erfolgen.
Auch der Wurmberg (DM/NS-001, 971 m) zwischen Schierke und Braunlage ist dank der Seilbahn von Braunlage aus wunderbar zu erreichen.
Der Achtermann (DM/NS-002, 925 m) zwischen Braunlage und Torfhaus ist nur Wande­rern zugänglich, hat aber eine Schutzhütte in der Nähe.
Die Wolfswarte (DM/NS-003, 918 m) nahe Torfhaus gilt gemeinhin als der Gipfel, auch wenn sie nicht die höchste Erhebung des Bruchbergs (927 m) ist.
Die Leistenklippen (DM/SA-005, 900 m) nahe Drei Annen Hohne sind ebenfalls nur zu Fuß erreichbar, bieten aber zumindest eine Schutzhütte in der Nähe.


So blieb es "nur" beim Funkbetrieb im Urlaubsstil von meiner Unterkunft in Schierke aus. Bei meiner Anreise hatte ich die Wahl, zwischen einem Zimmer unter dem Dach oder dem eine Etage tiefer. Ich wählte das obere aus und sprach am nächsten Morgen den Eigentü­mer des Hotels auf mein Hobby und den damit beabsichtigten Antennenbau an. Er hatte nichts dagegen, wenn es keinen anderen Mieter stören würde. Außerdem zeigte er mit die Antennenanlage des in unmittelbarer Nähe (30 m entfernt) woh­nen­den Funk­ama­teurs. Seine zwischen den Fichten gespannten Drahtantennen hatte ich am Nachmittag vorher glatt übersehen.
Als Materialbasis für den Antennenbau diente meine Mehrbandantenne für unterwegs. Der Mast ließ sich jedoch nicht sicher genug am oder vor dem Fenster befestigen. Da vor dem Haus/Fenster mehrere große Fichten stehen, probierte ich zuerst aus, diese als Abspann­punkte für die Antenne zu nutzen. Zwar kam ich mit einem Stein und Maurerschnur bis in die Äste, doch ich konnte die Antennendrähte wegen der zu kurzen Schnur nicht vom Boden aus straff ziehen. Daher spannte ich die beiden über eine Zweidrahtleitung nach au­ßen geführten Drähte mit den zur Verfügung stehenden Schnüren schräg nach unten hin ab. Als Befestigungspunkte dienten ein großer Strauch und ein Lampenpfahl im Garten. So entstand eine schräg liegende Inverted Vee in etwa 6 m Höhe, dessen Speiseleitung schräg nach oben über die Dachrinne hinweg bis ins Zimmer führte. Die Wirksamkeit dieser doch recht ungewöhnlichen Konstruktion verdeutlichte mit aber gleich am Anfang das QSO mit einer Station im Libanon auf 18 m. So ausgerüstet konnte ich mir nach den Wanderungen abends die Zeit an der Funkstation vertreiben. Störungen mit dem doch recht dicht be­nachbarten Funkamateur traten nicht aus. Scheinbar hatten wir unterschiedliche Aktivi­tätszeiten.
Als Stromversorgung waren 20 NiMH-Zellen und ein passendes Ladegerät mit im Koffer. 10 dieser Zellen, in einer passenden Halterung zu einem Akkupack vereint, besitzen 12 V und eine Kapazität von 2,7 Ah, was bei Verwendung des Elecraft K1 Funkbetrieb über einige Stunden ermöglicht. Als Morsetaste nutzte ich die Palm Portable Key, da sie sich für den Transport sicher einschieben lässt.
 
Wohin es als nächstes geht? Wieder in die Berge und wieder mit einer Funkstation im Gepäck. Aber diesmal im Sommer und ein Stück weiter entfernt. Lassen Sie sich überra­schen.

Impressum